Spektrum-Podcast: Ticken wir im Frühling anders als im Winter?

Frühlingsgefühle und Winterblues: Die Jahreszeiten wirken sich auf unser Befinden aus. Saisonale Depressionen etwa sind ein bekanntes Phänomen. Darüber hinaus zeigen sich saisonale Effekte in der Liebe und in Alltagspräferenzen, etwa bei Musikgeschmack und Farbvorlieben. Auch von Feiertagen lassen wir uns beeinflussen, zum Beispiel über soziale Normen und Gebräuche wie dem, an Weihnachten anderen etwas Gutes zu tun.
Die Jahreszeiten beeinflussen außerdem, wie wir denken und entscheiden. Insbesondere im Frühling und Herbst legen Menschen mehr Wert auf Loyalität, Autorität und moralische Reinheit. Das sind Werte, die Forschende eher konservativen Einstellungen zuordnen. Dagegen bleiben Werte wie Gerechtigkeit und Mitgefühl über die Jahreszeiten stabil. Eine mögliche Erklärung: Im Frühling und Herbst verändern sich Tageslängen besonders stark, was unterschwellig verunsichern und Ängste auslösen könnte.
Offenbar sind Menschen im Winter zudem tendenziell risikoaverser, möglicherweise aufgrund schlechterer Stimmung oder saisonaler Depressionen. Auch kurzfristige Wettereinflüsse spielen eine Rolle: Regen kann etwa die Bereitschaft verringern, bei politischen Wahlen für Veränderungen zu stimmen. All diese Effekte sind im Mittel zwar klein, können aber in der Summe große gesellschaftliche Auswirkungen haben – indem sie zum Beispiel Wahlverhalten, Gerichtsurteile oder finanzielle Risikobereitschaft beeinflussen.
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Christiane Gelitz ist Psychologin und Redakteurin bei »Spektrum der Wissenschaft« und erklärt im Gespräch mit Moderator Marc Zimmer, wie sich Psyche und Verhalten im Wechsel der Jahreszeiten wandeln.
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