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Spektrum-Podcast: Die Herrschaft des toxischen Schleims

Vor Millionen Jahren überzog ein giftgrüner Schleim die Gewässer der Erde und sorgte für ein massives Artensterben. Angesichts der heutigen Klima- und Umweltkrise droht ein solches Szenario womöglich wieder. Forschende blicken deshalb in die Vergangenheit.
Algenblüte am Strand

Statt klarem Wasser floss ein toxischer, grüner Schleim durch die Flüsse, Seen und Meere der Erde: im Erdzeitalter des Perm, vor rund 300 bis 252 Millionen Jahren. Damals waren alle Landmassen im Superkontinent Pangäa vereint. Es gab ausgedehnte, waldreiche Feuchtgebiete und Sumpfwälder. Bei den Tieren setzten sich langsam reptilienartige Landwirbeltiere und Insekten durch.

Am Ende des Perm gab es einen rapiden Klimawandel, wahrscheinlich verursacht durch heftige vulkanische Aktivität im heutigen Sibirien. Der CO₂-Gehalt in der Luft stieg dramatisch an. Die Temperaturen genauso. Die Folge war ein weltweites Massenaussterben. Schätzungen zufolge starben mehr als 70 Prozent der Land- und 80 Prozent der marinen Arten aus.

Grüner Schleim auf den Gewässern

Das war auch dadurch bedingt, dass sich die Gewässer mit einem giftgrünen Schleim füllten. Durch Erosion und Waldbrände gelangten viele Nährstoffe ins Wasser. Und auch die steigenden Temperaturen sorgten dafür, dass Algen und Plankton ungestört wuchern konnten. Durch den Schleim wurden Flüsse, Seen und Meere für viele Tiere und Pflanzen zu einem lebensfeindlichen Ort.

Forschende warnen, dass wir an der Schwelle zu einem ähnlichen Szenario stehen. Denn auch heute gibt es immer häufiger Meldungen über toxische Algenblüten. An den Küsten Alaskas beispielsweise fielen nicht nur Fische und andere Meerestiere, sondern auch Menschen den giftigen Algen bereits zum Opfer. Und die Geschwindigkeit, in der das passiert, ist eine ganz andere als damals, erklärt Frank Schubert von Spektrum der Wissenschaft.

Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Marc Zimmer erklärt Schubert, wie der giftige Schleim entsteht und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen. Er geht auch darauf ein, welche Maßnahmen wir ergreifen könnten, um Verhältnisse wie im Perm in Zukunft zu verhindern.

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