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Spektrum-Podcast: Wie der Raumfahrt-Boom unsere Atmosphäre belastet

Satelliten und Raketen verglühen am Ende ihrer Lebensdauer in der Atmosphäre. Um die Schadstoffwolken, die sie dabei hinterlassen, geht es in dieser Folge vom »Spektrum-Podcast«.
Eine Darstellung von Weltraumschrott, der die Erde umkreist. Im Vordergrund sind mehrere Satelliten und Trümmerteile zu sehen, die vor dem Hintergrund der Erdatmosphäre schweben. Die Szene wird von einem fernen Lichtpunkt beleuchtet, der die Objekte in ein schwaches Licht taucht. Das Bild veranschaulicht das Problem der zunehmenden Menge an Weltraummüll im Orbit. Schlüsselwörter: Weltraumschrott, Satelliten, Erdatmosphäre, Orbit.

Angespannte Atmosphäre: Die Raumfahrt erlebt derzeit einen historischen Boom. Unternehmen wie SpaceX schicken Tausende Satelliten ins All, weitere Zehntausende sollen folgen. Was zunächst nach einer Erfolgsgeschichte moderner Technologie klingt, hat möglicherweise Nebenwirkungen, über die bislang kaum etwas bekannt ist.

Denn der Raumfahrt-Boom hat womöglich weitreichende Folgen für die Umwelt. So ist der Orbit bereits jetzt voll mit Weltraumschrott. Die meisten Satelliten und Raketen werden in Zukunft nach Ende ihrer Lebensdauer kontrolliert oder unkontrolliert in die Atmosphäre eintreten und dort verglühen. Forschende fragen sich: Was passiert mit den Stoffen, die beim Verglühen in der oberen Atmosphäre zurückbleiben?

Atmosphäre unter Druck

Ein Team des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik (IAP) in Kühlungsborn konnte erstmals direkt nachweisen, dass Rückstände eines konkreten Wiedereintritts in der Mesosphäre messbar sind. Nach dem Absturz einer Falcon-9-Oberstufe von SpaceX im Februar 2025 registrierten die Forschenden eine zehnfach erhöhte Lithiumkonzentration in rund 95 Kilometern Höhe. Mithilfe von Lasermessungen und Atmosphärenmodellen gelang es ihnen, die gemessene Lithiumwolke auf den Ort des Wiedereintritts vor der irischen Küste zurückzuführen.

Die eigentliche Sorge gilt jedoch weniger dem Lithium als den großen Mengen anderer Stoffe, insbesondere Aluminiumoxiden. Diese entstehen beim Verglühen von Satelliten und Raketen und gelangen in Atmosphärenschichten, die bislang nur wenig erforscht sind. Die Mesosphäre besitzt keine wirksamen Selbstreinigungsmechanismen wie tiefere Atmosphärenschichten. Einmal eingetragene Stoffe können dort über Jahrzehnte verbleiben.

Welche Folgen solche Rückstände auf den Menschen haben, ist bislang weitgehend unbekannt. Einige Effekte könnten harmlos sein, andere möglicherweise problematisch. In diesem fehlenden Wissen sehen Forschende das eigentliche Risiko.

Sie plädieren dafür, die Prozesse in der Atmosphäre besser zu untersuchen, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und technische Lösungen zu entwickeln.

»Das ist ein riesiges Experiment, das über unseren Köpfen stattfindet«Thomas Siebel

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