Springer Medizin: Aktuelle Änderungen der Living Guideline

Multiple Sklerose, auch Krankheit der tausend Gesichter genannt, ist die häufigste Form autoimmunvermittelter Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Das bedeutet, das eigene Immunsystem greift die Nervenfasern an und es kommt zu neurologischen Ausfallerscheinungen. Da es an unterschiedlichen Stellen im Gehirn und Rückenmark zu Entzündungen kommen kann, sind auch die möglichen Symptome sehr vielfältig. Der Verlauf ist sehr unterschiedlich, die Ursache für die Erkrankung ist noch weitgehend ungeklärt. Es gibt schubförmige Varianten und progrediente, also schnell voranschreitende Formen.
Die 2025 aktualisierte S2k-Leitlinie zur Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, eine sogenannte Living Guideline, hat einige Veränderungen mit sich gebracht. Sie fokussiert sich nun auf eine frühe, hochwirksame immuntherapeutische Behandlung, personalisierte Therapieentscheidungen und eine verbesserte Lebensqualität durch nicht-medikamentöse Maßnahmen. Sie ersetzt das alte Stufenschema durch eine differenzierte Wirkstoffauswahl und betont die Patientenpartizipation. Über die wesentlichen Neuerungen und Änderungen sprechen wir in dieser Episode mit Professor Hemmer.
Prof. Dr. med. Bernhard Hemmer ist seit 2007 Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum der Technischen Universität München (TUM) und seit 2022 Leiter des Departments für Klinische Medizin der TUM School of Medicine and Health. Er ist Spezialist auf dem Gebiet der entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems, insbesondere der Multiplen Sklerose, und einer der beiden federführenden Autoren der »S2k-Leitlinie Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, NeuromyelitisOpticaSpektrum und MOG-IgG-assoziierte Erkrankungen – Living Guideline«.
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