Springer Medizin: Die Frühgeburt ist eine lebenslange Hypothek

Mit Prof. Dr. Dominique Singer, Neonatologe
Die Surfactant-Substitutionstherapie als kausale Behandlung des Atemnotsyndroms (RDS) bei Frühgeborenen hat in den 1980er und 1990er-Jahren zum entscheidenden Durchbruch in der Neonatologie geführt. Seither führt die stetige Weiterentwicklung der frühen intensivmedizinischen Betreuung dazu, dass immer mehr und immer kleinere Frühgeborene ihren erschwerten Start ins Leben überstehen.
Jetzt, 30 bis 40 Jahre später, erreicht die erste Generation von Frühgeborenen das mittlere Erwachsenenalter. Und auch wenn sie den unmittelbaren Komplikationen ihrer Geburt und der frühen Kindheit mittlerweile entwachsen sind, so kann die Frühgeburt doch auch noch heute ihre Spuren hinterlassen. Studien zeigen: Eine Frühgeburt kann das Risiko für bestimmte Lungen-, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen erhöhen. Was bedeutet das konkret für die Betreuung dieser »neuen Patientengruppe«? Warum kann die Information »früh geboren« auch in der hausärztlichen Praxis relevant sein? Und wie lassen sich Studienergebnisse richtig einordnen, ohne Betroffene zu verunsichern?
»Diese Patientinnen und Patienten zeichnen sich durch eine besondere und ernst zu nehmende Vulnerabilität aus«, sagt der Neonatologie-Prof. Dr. Dominique Singer. Er erklärt in dieser Podcastfolge, welche möglichen Langzeitfolgen beobachtet wurden und welche Mechanismen hier eine Rolle spielen könnten.
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