Springer Medizin: »Für gute rheumatologische Diagnostik braucht es nicht viel«

Prof. Markus M. Lerch, München, im Gespräch mit Prof. Elisabeth Märker-Hermann, Wiesbaden
Eine Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
Rheumatologie ist keine Nischendisziplin – sondern ein zentrales Fach der Inneren Medizin. Auch in niedergelassenen Praxen sind viele Therapien einsetzbar. Prof. Lerch, Moderator der Podcast-Reihe zur Inneren Medizin, hat mit Prof. Märker Hermann live auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) über relevante Änderungen gesprochen.
»Rheuma ist eine häufige internistische Erkrankung, die auch sehr junge Menschen, vor allem junge Frauen, betreffen kann«, erklärt die Rheumatologin. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Fachärztinnen und Fachärzte für Rheumatologie ab. Umso wichtiger sei es, dass Internistinnen und Internisten – in Praxis wie Klinik – sich sicher in der Diagnostik und auch in der Therapie rheumatischer Erkrankungen bewegen.
»Wir waren immer die Konsilärzte für alle unklaren Fälle«, sagt Märker Hermann. Rheumatologie bedeute häufig, komplexe Symptome einzuordnen und Zusammenhänge zu erkennen – eine Fähigkeit, die sie augenzwinkernd als das »Dr.-House Gen« ihres Fachs beschreibt.
Oft liefern bereits ein paar gezielte Fragen die Unterscheidung zwischen entzündlichem und nicht entzündlichem Schmerz. Auch die Gelenkverteilung und wenige Basisparameter wie CRP geben entscheidende Hinweise.
Ausführlich diskutiert werden in dieser Folge aktuelle Paradigmenwechsel in der Therapie. Bei der Polymyalgia rheumatica, der häufigsten entzündlich rheumatischen Erkrankung im höheren Lebensalter, hat sich der Umgang mit Glukokortikoiden beispielsweise deutlich verändert: Geringere Anfangsdosen, langsameres Ausschleichen und eine konsequente Langzeitstrategie sollen Rezidive vermeiden. Und auch die Einsatzmöglichkeiten von modernen immunologischen Therapiekonzepten in der Rheumatologie werden besprochen.
Prof. Dr. Elisabeth Märker-Hermann ist international anerkannte Internistin, Rheumatologin und Nephrologin. Bis 2023 war sie Klinikdirektorin an der HELIOS HSK Klinik in Wiesbaden. In den Jahren 2005 bis 2006 stand sie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) als Präsidentin vor. Zudem war sie 2012/2013 die erste Frau an der Spitze der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) und initiierte sowohl das Mentoringprogramm der DGIM als auch die Initiative »Klug entscheiden«.
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