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Springer Medizin: Krebsselbsthilfe: Wie Betroffene und Behandelnde gemeinsam profitieren

Selbsthilfe ist weit mehr als der klischeebehaftete Stuhlkreis. Sie schließt Versorgungslücken, stabilisiert Patientinnen und Patienten emotional und adressiert soziale, ökonomische und versorgungsrelevante Herausforderungen. In dieser Folge des Podcasts »Springer Medizin« werden die Aufgaben, Defizite und Potenziale der Krebsselbsthilfe beleuchtet – mit Fokus auf den Nutzen in der onkologischen Versorgung.
Eine Gruppe von Menschen sitzt in einem Kreis in einem Raum mit Backsteinwänden. Eine Person spricht, während die anderen aufmerksam zuhören.

Mit Hedy Kerek-Bodden und Bernd Crusius vom Haus der Krebsselbsthilfe

Die Selbsthilfe in der Onkologie wird in der öffentlichen Wahrnehmung noch immer unterschätzt. Das Gespräch mit Hedy Kerek‑Bodden und Bernd Crusius vom Haus der Krebs-Selbsthilfe Bundesverband e.V. verdeutlicht jedoch, wie essenziell ihre Rolle in einem komplexen Versorgungssystem ist. Selbsthilfe umfasst zwei gleichwertige Säulen: den Austausch Betroffener untereinander und die gesundheitspolitische Interessenvertretung in Gremien, Projekten, Versorgung und Forschung.

Trotz ihrer Bedeutung bleibt die Reichweite gering: Nur rund 15 Prozent der Betroffenen kommen überhaupt mit Selbsthilfeangeboten in Kontakt. Gleichzeitig bestehen gravierende Versorgungslücken, etwa in der sozialen Absicherung jüngerer Erkrankter. Finanzielle Einbußen, eingeschränkte Versicherbarkeit und Barrieren beim beruflichen Wiedereinstieg zeigen, wie dringend Unterstützung erforderlich ist.

Die Gesprächspartner Hedy Kerek‑Bodden und Bernd Crusius betonen, dass Selbsthilfegruppen die klinische Versorgung substanziell ergänzen – insbesondere in Situationen, in denen Ärztinnen und Ärzte aufgrund begrenzter Ressourcen nicht vollumfassend begleiten können. Und auch Angehörige geraten zunehmend in den Fokus. 

Zunehmend wichtig werden auch Digitalisierung, Patient‑Reported-Outcomes und nationale Datenschnittstellen, um patientenberichtete Daten strukturiert zu nutzen und sowohl Versorgung als auch Forschung zu verbessern. Auch hierbei ist eine Vernetzung mit Kliniken und Praxen vor Ort essenziell.

Hedy Kerek-Bodden ist Vorsitzende vom Haus der Krebs-Selbsthilfe Bundesverband e.V. und selbst Krebspatientin. Bernd Crusius ist Geschäftsführer und Leiter der Geschäftsstelle vom Haus der Krebs-Selbsthilfe.

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