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Spektrum-Podcast: Ungewollt schlank

Manche Menschen nehmen einfach nicht zu, egal wie viel sie essen. Die Forschung zeigt, dass das weniger am Lebensstil liegt, sondern oft biologisch vorprogrammiert ist.
Eine Person in Sportkleidung misst ihren Taillenumfang mit einem gelben Maßband. Sie trägt ein schwarzes Oberteil und pinke Leggings. Im Hintergrund ist ein unscharfes Wohnzimmer mit einem Sofa zu sehen. Das Bild vermittelt ein Thema von Fitness und Körperbewusstsein.

Schlankheit wider Willen: Manche Menschen bleiben dünn, obwohl sie gerne zunehmen wollen. Sie essen und essen, doch auf der Waage tut sich quasi nichts. Man spricht auch von konstitutioneller Schlankheit. Was vielen wie ein Segen erscheinen mag, ist für Betroffene häufig mit Sorgen und Stigmatisierung verbunden.

Zudem ist die unfreiwillige Schlankheit nicht per se ein gesundheitlicher Vorteil. Betroffene können ebenso unter Mangelerscheinungen, gesellschaftlichem Druck oder medizinischen Problemen leiden wie Menschen mit Adipositas.

Schlankheit als genetische Komponente

Denn egal ob dick oder dünn, das Körpergewicht wird oft mit Disziplin oder Lebensstil erklärt. Tatsächlich spielen aber viele andere Faktoren beim Gewicht eine wichtige Rolle, insbesondere biologische Komponenten wie das Erbgut. Schlankheit kann also genetisch bedingt sein und muss nicht von Essgewohnheiten oder Sportroutine herrühren.

Ein wichtiger Faktor ist beispielsweise der Energieumsatz. Schlanke Menschen verbrauchen häufig mehr Kalorien im Alltag, ohne sich dessen bewusst zu sein. Schon kleine Unterschiede summieren sich über den Tag zu einem erheblichen Mehrverbrauch. Auch der Stoffwechsel selbst kann effizienter oder verschwenderischer arbeiten als bei anderen Menschen. Hunger- und Sättigungsgefühl können ebenfalls sehr individuell sein.

Auch das Gehirn und der Darm spielen eine große Rolle. Studien deuten darauf hin, dass schlanke Menschen Belohnungsreize durch Nahrung schwächer wahrnehmen. Unterschiede im Mikrobiom beeinflussen, wie effizient Nährstoffe aus der Nahrung gewonnen werden.

Entscheidend ist daher ein differenzierter Blick, sagen Forschende. Körpergewicht ist das Ergebnis komplexer biologischer Prozesse – und nur begrenzt willentlich steuerbar. Vor allem aber wurde sich wissenschaftlich noch viel zu wenig mit konstitutioneller Schlankheit befasst. Die Studienlage ist dünn. Das soll sich in den kommenden Jahren ändern.

Frank Schubert ist Biologe und erklärt im Gespräch mit Moderator Marc Zimmer, welche Gründe es für die konstitutionelle Schlankheit gibt und wie Betroffene damit umgehen können.

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