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Spektrum-Podcast: Warum Alpakas und Lamas keine Kuscheltiere sind

Wanderungen, Fotoshootings und Therapien: Alpakas gelten als niedliche Wohlfühltiere – doch viele leiden unter falscher Haltung, Stress und Überzüchtung.
Der Überraschungseffekt ist wichtig, um andere zum Lachen zu bringen.

Der Hype um Alpakas und Lamas ist seit einigen Jahren auch in Deutschland angekommen. Immer mehr Höfe bieten Wanderungen, Tiertherapie, Kuschel-Sessions, Yoga oder Fotoshootings mit den Tieren an. Doch viele Halter und Halterinnen unterschätzen die besonderen Bedürfnisse der südamerikanischen Neuweltkamele – und das oft mit problematischen Folgen.

Expertinnen und Experten warnen davor, Alpakas wie klassische Nutz- oder Haustiere zu behandeln. Sie reagieren empfindlich auf Stress, häufiges Anfassen und falsche Ernährung. Während Lamas als Lasttiere Bewegung benötigen, können regelmäßige Wanderungen für Alpakas körperlich belastend sein. Untersuchungen der Tierärztlichen Hochschule Hannover zeigen, dass viele Tiere in Deutschland unterernährt oder sogar stark abgemagert sind.

Hinzu kommen Wissenslücken bei Ernährung und Haltung. Falsches Kraftfutter kann schwere Stoffwechselprobleme verursachen. Gleichzeitig werden Alpakas oft auf ein niedliches »Kindchenschema« hin gezüchtet – mit gesundheitlichen Folgen wie Überbiss, Atemproblemen oder genetisch bedingter Taubheit bei weißen Tieren mit blauen Augen.

Alpakas sind keine Schmusetiere

Entgegen dem, was uns vermittelt wird, empfinden die Tiere zudem ständiges Streicheln häufig als Stress. In guter Haltung wird deshalb auf klare Ruhezeiten, begrenzte Wanderungen und darauf geachtet, die Tiere nicht zu überfordern. Stresssymptome sind oft subtil und reichen von hängenden Augenlidern bis zu Magengeschwüren.

Gleichzeitig besitzen Alpakas besondere Fähigkeiten als Therapie- und Sozialtiere. Ihre sensible Reaktion auf menschliche Emotionen kann Menschen mit Angststörungen, Depressionen oder sozialen Problemen helfen. Voraussetzung ist jedoch ein respektvoller Umgang mit den Tieren.

Anna Lorenzen ist Redakteurin bei »Spektrum der Wissenschaft«. Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Marc Zimmer erklärt sie, warum Alpakas keine Kuscheltiere sind und woran eine seriöse Haltung zu erkennen ist.

P. S.: Am 10. Juli 2026 erscheint die 300. Folge vom Spektrum-Podcast. Wir sind dankbar, dass so viele von euch den Spektrum-Podcast regelmäßig hören. Gerne möchten wir wissen, wie der Podcast euch so begleitet: Seit wann seid ihr zum Beispiel dabei? Wann hört ihr den Podcast normalerweise? In welchen Situationen? Was ist eure Lieblingsfolge? Schickt uns doch eine kurze Sprachnachricht dazu, einfach an: podcast@spektrum.de.

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