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Die großen Fragen der Wissenschaft: Wie funktioniert das menschliche Gehirn, Katrin Amunts?

Das Gehirn ist das komplexeste Organ, das wir kennen. Es steuert unser Denken, Fühlen und Handeln; es erschafft Erinnerungen, Träume und das Bewusstsein. Aber wie macht es das?
Eine wissenschaftliche Abbildung zeigt ein anatomisches Diagramm eines Gehirnschnitts, dargestellt in leuchtenden Regenbogenfarben. Die Farben heben verschiedene Strukturen und Fasern innerhalb des Gehirns hervor, um die Komplexität und Vernetzung zu verdeutlichen. Oben links befindet sich eine kleine, kreisförmige Farbskala, die die Farbzuordnung zu den Richtungen der Nervenfasern darstellt. Der Hintergrund ist schwarz, um die Details des Gehirns hervorzuheben.

Es wiegt kaum anderthalb Kilogramm, verbraucht aber gut ein Fünftel unserer Energie. Es besteht aus rund 86 Milliarden Nervenzellen, die wiederum über geschätzt 100 Billionen Verbindungen miteinander kommunizieren. Und wir verstehen bis heute nicht, wie es uns überhaupt zu dem macht, was wir sind. Das Gehirn ist das komplexeste Organ, das die Natur je hervorgebracht hat. Es steuert lebensnotwendige Funktionen, unser Denken, Fühlen und Handeln. Es schafft Erinnerungen, Träume und das Bewusstsein.

Wie aber funktioniert das Organ eigentlich? Welche Prozesse laufen im Gehirn ab, wenn wir entscheiden, lernen oder lieben? »Das Gehirn ist ein Multiskalensystem. Das heißt, es gibt verschiedene Ebenen, auf denen das Gehirn organisiert ist. Um seine Funktionsweise zu untersuchen, können Hirnforschende sich Moleküle, einzelne Zellen, kleine Netzwerke von Zellen, aber natürlich auch ganz große Netzwerke von Zellen anschauen. All diese verschiedenen Blickwinkel sind letztlich notwendig, um zu verstehen, wie das Gehirn aufgebaut ist und warum es überhaupt so funktionieren kann, wie es das tut«, sagt Katrin Amunts.

»Es gibt ja immer mal wieder dieses Gerücht, wir nutzen nur so und so viel Prozent unseres Gehirns. Ich kann mir schwer vorstellen, dass das gehen soll. Die Gehirnzellen sind alle ständig unter Strom«Katrin Amunts, Neurowissenschaftlerin

Sie ist eine der renommiertesten deutschen Hirnforscherinnen und weltweit bekannt für ihre Arbeiten zur Kartierung des menschlichen Gehirns. Amunts ist Direktorin des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin am Forschungszentrum Jülich und Professorin für Hirnforschung an der Uniklinik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Sie hat das »Human Brain Project« geleitet, ein Forschungsprojekt der EU, bei dem es darum ging, das gesamte Wissen über das Gehirn zusammenzutragen und mit computerbasierten Modellen und Simulationen die Anatomie bis auf die Ebene der Zellen darzustellen. Außerdem ist Katrin Amunts Mitglied des Deutschen Ethikrats und hat damit auch eine Perspektive auf den Menschen, die über die Hirnforschung hinausgeht.

In dieser Folge von »Die großen Fragen der Wissenschaft« sprechen Katharina Menne und Carsten Könneker von »Spektrum der Wissenschaft« mit Katrin Amunts darüber, wie sich die Gehirne von Männern und Frauen unterscheiden, ob Intelligenz an die Gehirngröße gekoppelt ist, wie das Netzwerk in unserem Gehirn funktioniert und wie man das menschliche Gehirn in der Praxis eigentlich erforscht.

»Die großen Fragen der Wissenschaft«

Was ist Zeit? Woher kommt das Leben? Wie ist das Universum entstanden? Im Podcast »Die großen Fragen der Wissenschaft« laden die Spektrum-Redakteure Katharina Menne und Carsten Könneker ein zu faszinierenden Reisen an die Grenzen unseres Wissens – von Quantenphysik bis Neurowissenschaft, von Meeresforschung bis Kosmologie. Sie fragen, was Forscherinnen und Forscher über die Welt, die Naturgesetze und das Leben wissen, wie sie arbeiten und was sie motiviert.

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