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Die großen Fragen der Wissenschaft: Wie ist die Sprache entstanden, Julia Fischer?

Wir nutzen Sprache jeden Tag ohne darüber nachzudenken. Wir fluchen, trösten und erklären die Welt mit ihr. Aber wie hat sich diese besondere Fähigkeit einst entwickelt?
Eine Frau und ein Kleinkind interagieren in einem Kinderzimmer. Das Kind steht in einem Gitterbett und hält ein weißes Plüschtier, während es die Frau ansieht. Im Hintergrund sind Pflanzen und Regale mit Spielzeug und Büchern zu sehen. Die Szene vermittelt eine warme und familiäre Atmosphäre.

Affen warnen vor Feinden, Vögel zwitschern, Hunde bellen – aber ist das schon Sprache? Für Primatenforscherin Julia Fischer beginnt Sprache bei der Semantik: der Fähigkeit, etwas frei zu bezeichnen. Beispielsweise heißt ein Gegenstand Tisch, Table oder vielleicht auch ganz anders, solange sich eine Sprachgemeinschaft darauf einigt. Das unterscheide menschliche Sprache von tierischer Kommunikation.

Sprache und Kommunikation

Tiere können sich auf vielfältige Weise verständigen. Doch für Julia Fischer ist das noch keine Sprache. Zwar können Tierlaute Informationen vermitteln, aber anders als bei menschlicher Sprache sind sie meist nicht frei vereinbart und lassen sich nach grammatischen Regeln nicht zu immer neuen Bedeutungen zusammensetzen.

Wie diese Grenze zwischen Kommunikation und Sprache verläuft, untersucht die Biologin an Guineapavianen im Senegal. Sie analysiert, wie viel Verständigung unter den Tieren möglich ist, was Tiere wissen, welche Informationen sie aufnehmen oder auch weitergeben, was davon angeboren ist und wie sich kognitive Fähigkeiten unter dem Druck der Umwelt entwickelt haben.

Aber wie hat sich die menschliche Sprache entwickelt? Welche Rolle spielen Gene, Gesten und soziales Zusammenleben? Und lässt sich rekonstruieren, wann der erste Satz gesprochen wurde? Darüber sprechen Katharina Menne und Carsten Könneker von »Spektrum der Wissenschaft« in dieser Folge von »Die großen Fragen der Wissenschaft« mit Julia Fischer. Sie ist Professorin an der Universität Göttingen und leitet die Abteilung Kognitive Ethologie am Deutschen Primatenzentrum.

»Die großen Fragen der Wissenschaft«

Was ist Zeit? Woher kommt das Leben? Wie ist das Universum entstanden? Im Podcast »Die großen Fragen der Wissenschaft« laden die Spektrum-Redakteure Katharina Menne und Carsten Könneker ein zu faszinierenden Reisen an die Grenzen unseres Wissens – von Quantenphysik bis Neurowissenschaft, von Meeresforschung bis Kosmologie. Sie fragen, was Forscherinnen und Forscher über die Welt, die Naturgesetze und das Leben wissen, wie sie arbeiten und was sie motiviert.

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