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Mathematische Knobelei: Parken in Chaotien

Sommer, Sonne, Urlaub - ab nach Chaotien! Fraktale Badestrände, nichteuklidische Nachtbars, limesfreie Swimmingpools. Einmal ganz ohne obere Schranken aus vollen Potentialtöpfen leben. Auch wenn das ein oder andere Lemma vielleicht nicht völlig zu verachten wäre. Dann hätte ich immerhin eine Chance, mein Auto irgendwie vom Parkplatz zu bekommen. Wie haben die anderen Trottel das nur gemacht, mich so einzuparken?
Es gibt da so ein Buch. Das habe ich mal vor langen Zeiten gelesen. Darin kommt ein Sofa vor. Ein rotes Sofa. Aber eigentlich ist die Farbe ganz egal. Jedenfalls wollen Möbelpacker das Sofa in eine Wohnung tragen. Und dazu müssen sie durch ein Treppenhaus und darin um die Ecke. Ja und dabei ist es passiert: Das Sofa bleibt stecken. Geht nicht vor und nicht zurück. Die Möbelpacker rangieren ein bisschen rum. Vergeblich. Schließlich ziehen sie einfach ab. Lassen das Sofa stecken. Mitten im Treppenhaus. Als der Besitzer wiederkommt, findet er sein Sofa da hängen. Blockiert hier den ganzen Weg. Dabei sollte es eigentlich doch ins Wohnzimmer. Nun ist der Typ aber ein Computerspezialist. Da schreibt er ein Programm, das simuliert sein Sofa im Treppenhaus. Und rechnet automatisch alle möglichen Drehungen und Windungen durch. Na, das Programm läuft während der Handlung des Buches dauernd im Hintergrund weiter. Erst ganz zum Schluss hat es alle Varianten durch und spuckt sein Ergebnis aus: Das Sofa kann gar nicht dort hin gekommen sein. Jedenfalls nicht, ohne ein Stück der Wand niederzureißen.

Fand ich damals ganz lustig die Idee. Jetzt nicht mehr! Denn irgendwie erinnert mich dieser blöde Parkplatz an das rote Sofa. Wie erkläre ich Ihnen das mal am besten? Mmh, also stellen Sie sich vor, der Parkplatz sieht aus wie ein Schachbrett. Und die Autos darauf sind Dominosteine. Jedes davon ist so groß, dass es genau zwei Felder belegt. Unten am Rand von dem Feld A1 ist die Ein- und Ausfahrt. Da passt nur ein Auto zur Zeit durch. Ich dachte mir heute morgen, ich bin ja clever: Wer als erster kommt, kriegt mit Sicherheit einen Parkplatz. Und wie sich das für ordentliche Leute gehört, bin ich ganz ans andere Ende gefahren und habe mich da akkurat auf G8H8 gestellt. Dann bin ich zum Strand.

Als ich wiederkomme, trifft mich der Schlag: Kreuz und quer haben die Deppen geparkt! Insgesamt 28 Autos. Die stehen so, dass sich kein einziges Auto auch nur um ein einziges Feld bewegen kann. Es sei denn, der Typ auf A1 und dem angrenzenden Feld trudelt hier endlich mal ein und fährt seine Kiste weg. Aber solange der nicht kommt, läuft hier gar nichts. Können Sie sich vorstellen, wie die 28 Autos stehen müssen, damit sich keiner mehr rühren kann - nicht einmal seitwärts? Na, dann malen Sie mir das mal auf! Aber liebe Kinder und Führerschein-Neulinge: Nicht zu Hause auf dem Kaufhaus-Parkplatz nachspielen!

Lösungsvorschlag

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