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Einsichten von einem der auszog, das Fürchten zu lernen

Günter Tembrock wagt sich an ein großes Thema: Der emeritierte Professor für Zoologie an der Humboldt-Universität in Berlin will das "psychobiologische Phänomen" Angst aus der Sicht von Philosophen, Psychologen, Medizinern, Neurobiologen, Verhaltensforschern, Sozio(bio)logen, Verhaltensökologen und Entwicklungsbiologen erklären. Dazu stellt er wichtige Fragen und gibt umfassende Antworten: Was ist Angst? Wie wird Angst umgesetzt? Wozu wird Angst bewältigt? Warum gibt es Angst? Schon nach einigen Seiten Lektüre wird klar, dass hier eine wohl einzigartige Sammlung von wissenschaftlichen Fakten und Theorien vorliegt, und dass das Phänomen Angst tatsächlich nur dann vollständig erklärt werden kann, wenn die Ergebnisse aus allen genannten Disziplinen kombiniert werden. Mit Recht verknüpft Tembrock dabei das Entstehen der Emotion „Angst“ auch mit der Frage nach dem Bewusstsein bei Tieren. Er versucht, Antworten auf allen möglichen wissenschaftlichen Ebenen zu geben und belegt seine Ausführungen mit gut gewählten Beispielen aus der Fachliteratur — und aus seiner eigenen wissenschaftlichen Arbeit. Besonders reizvoll ist, dass nicht nur der aktuelle Wissenstand vorgestellt und diskutiert wird, sondern dass Tembrock auch immer wieder die Geschichte der Angstforschung in Erinnerung ruft. Kein Wunder also, dass man häufig auf große Namen aus der Naturwissenschaft und der Philosophie stößt und so etwa erstaunt feststellt, dass schon Charles Darwin eindrucksvolle einschlägige Beobachtungen gemacht hat. Insgesamt gesehen, liegt hier eine Pflichtlektüre vor für alle, die sich für das Thema „Angst“ interessieren, die „Angst“ verstehen wollen oder sogar selbst darüber forschen — auch wenn das Buch auf Grund der Faktendichte manchmal sehr viel Konzentration abverlangt und einen stolzen Preis hat.

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