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Sympathiewerbung

Frage man heutige Schüler, was "besser als Mathe" ist, wird man über die vielen Antworten nicht überrascht sein. Das wichtige Fach belegt in der Beliebtheitsskala in der Regel einen hinteren Platz. Und wenn es oft schon bei Grundrechenarten hapert ("Wie viel ist 50 Prozent von 100?"), wie soll dann Verständnis für "höhere Mathematik" aufkommen? Die diversen Studien liefern kontinuierlich Beweise. Dabei beherrscht Mathematik den Alltag, wie die Autoren auf 250 Seiten eindrucksvoll demonstrieren. Das kleine Buch "Besser als Mathe" ist eine Sammlung von Aufgaben, entstanden aus dem "Mathematischen Adventskalender" des DFG-Forschungszentrums MATHEON.

Um es vorweg zu sagen: "Besser als Mathe" ist keine Lektüre für Normalschüler. Ich wage zu bezweifeln, ob bereits – wie im Vorwort genannt – "Schülerinnen und Schüler ab Klasse 10" mit den Aufgaben zurecht kommen. Bei der Lösung sind schon eine gehörige Portion Begabung, Kreativität und handwerkliches Wissen gefragt. Vektoren, Matrizen, Graphen, Funktionen und Differentialgleichungen prägen meist das Bild. Realistischere Zielgruppen sind daher die ebenfalls genannten Lehrer, Dozenten in Lehreraus- und -fortbildung, Lehrende an Hochschulen und Universitäten sowie die interessierte Öffentlichkeit.

Die 44 Autoren, allesamt Dozenten der Mathematik beziehungsweise Mitarbeiter diverser Institute, haben einen bunten Strauß mathematischer Probleme zusammengestellt. Dabei wurde großen Wert auf den Alltagsbezug gelegt. Es gibt also nicht die üblichen Aufgaben aus dem Mathe-Schulbuch ("Bestimme die zweite Ableitung der Funktion f(x) = ...") sondern didaktisch gut aufbereitete Fälle, die ohne Mathematik kaum lösbar sind. In acht Themenbereichen werden insgesamt 30 Aufgaben gestellt. Sie beziehen sich auf unterschiedliche Bereiche des täglichen Lebens, etwa Freizeit, Bewegung, Wirtschaft oder der menschliche Körper. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Naturwissenschaften.

Zu jeder Aufgabe gibt es eine ausführliche Lösung. In der ersten geht es um "Musik einpacken", also die Frage, wie man Dateien am geschicktesten auf dem MP3-Player speichert. Die Lösung nutzt Vektoren, die optimiert werden müssen. Auch hier steckt eine typische mathematische Fragestellung dahinter: das "Knapsack-Problem". In der letzten Aufgabe "102009?" tritt der Weihnachtsmann auf mit seiner alljährlichen Frage, wie viele Geschenke zu verteilen sind. Ohne Zahlentheorie würden wir wohl alle leer ausgehen.

Fazit: Nicht nur zur Adventszeit ist das Buch eine anregende Lektüre. Wer keine Lust hat – oder schlicht überfordert ist –, die Aufgaben zu bearbeiten, kann auch ganz entspannt den flüssig geschriebenen Text lesen, die gut gemachten Grafiken studieren und über die jeweilige Lösung staunen. Das allein vermittelt schon ein Gefühl, wie sehr Mathematik im Alltag mitmischt. Denn das leidige Schulfach kann nur dann beliebter werden, wenn es gelingt, echte Begeisterung zu wecken. Für Lehrer bedeutet das: Eine intelligente Mischung von Theorie und Praxis ist gefordert! Dass Buch gibt dazu ausreichend Hilfestellung.

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