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»Das Kreuz mit dem Quadrat«: Mathematik, die Spaß macht

Buchautor und Kolumnist Holger Dambeck gibt wieder spannende mathematische Rätsel auf – und lädt seine Leser ausdrücklich ein, auch eigene Lösungswege zu finden.

Seit 2014 veröffentlicht Holger Dambeck, SPIEGEL-Redakteur und Träger des Medienpreises der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, in seiner Kolumne ein »Rätsel der Woche«. Nach Aussage des Verlags hat das Angebot regelmäßig an die 200 000 Besucher. Und, dies vorweg: Auch der mittlerweile fünfte Band seiner Reihe »Aus der Welt der Mathematik« lässt keine Wünsche offen. In dessen erstem Teil präsentiert er 100 Knobelaufgaben, im zweiten Teil löst der Autor dann das jeweilige Rätsel. Abschließend verweist er auf die Quellen, in denen er Anregungen für seine Aufgaben erhalten hat.

Der Autor ist sich dabei durchaus der Tatsache bewusst, dass es zu mathematischen Denksport- und Knobelaufgaben nicht immer nur eine Musterlösung gibt, und thematisiert dies im zweiten Teil des Buchs. Dabei ermutigt Dambeck seine Leser ausdrücklich dazu, andere, elegantere Begründungen oder einfachere Lösungswege zu finden. Wer daher auf ausgiebiges Nachdenken und Knobeln verzichtet und lieber gleich hinten im Lösungsteil nachschaut, bringt sich um den Rätselspaß und hat die Absicht des Autors nicht verstanden.

Die 100 Aufgaben sind auf acht Kapitel verteilt und tragen Überschriften wie »1. Fix fertig: Leichte Aufgaben zum Warmrechnen« oder »8. Einfach schwierig: Knobeleien für Profis«. Die dazwischen liegenden Kapitel enthalten Aufgaben aus Zahlentheorie, Logik, Geometrie, Kombinatorik und Wahrscheinlichkeitsrechnung sowie aus der Physik (hier geht es meist um Zeiten, Wege und Geschwindigkeiten); in einem der Kapitel sind clevere Strategien gefragt. Der Titel des Buchs rührt übrigens von einer Geometrieaufgabe her, bei der ein Quadrat durch zwei zueinander senkrechte Geraden (= Kreuz) unterteilt wird und bestimmte Seitenlängen bestimmt werden sollen.

Das Buch enthält eine Reihe von Problemen, die man als »klassisch« bezeichnen kann, diese aber oft in einer neuen Form – was leidenschaftliche Knobler dazu anregen könnte, eigene Variationen zu erfinden. In einer solchen Sammlung darf eine Aufgabe zur Zeitmessung mit Sanduhren ebenso wenig fehlen wie Personen, die entweder die Wahrheit sagen oder lügen. Es gibt Zerlegungen in zueinander kongruente Puzzlestücke wie auch das Suchen nach einer Zahl, die bestimmte Eigenschaften erfüllt, die also etwa nach Division bestimmte Reste lässt. Reizvoll sind auch Aufgaben, bei denen durch das Vertauschen der ersten und der letzten Ziffer(n) einer Zahl eine besondere Bedingung erfüllt wird.

Neben diesen Denksportaufgaben finden sich aber auch Fragestellungen, die ebenso gut im Mathematik-Mittelstufen-Unterricht gestellt werden könnten, wie beispielsweise: An welcher Stelle eines Fußballfeldes erscheint das Tor unter dem größtmöglichen Winkel? Oder: Wie lange würde ein einzelner Arbeiter für eine bestimmte Tätigkeit benötigen, wenn er einen Auftrag nicht zusammen mit anderen, sondern alleine erledigen sollte?

Der Schwierigkeitsgrad direkt aufeinander folgender Aufgaben unterscheidet sich mitunter stark, so dass sich nicht grundsätzlich sagen ließe, die Aufgabenstellungen würden immer anspruchsvoller, je weiter man im Buch nach hinten kommt. Wenn man für eine Aufgabe also mal keine Lösungsidee hat, sollte man sich nicht entmutigen lassen – vielleicht geht es bei der nächsten wieder besser. Denn auch die anspruchsvollsten Aufgaben setzen nur wenig an höherer Mathematik voraus. Die Formulierung der Aufgaben (und der Geschichten, in welche die Problemstellungen eingebettet sind) sowie der Lösungen ist durchgängig klar verständlich, die grafische Gestaltung ist gelungen.

Das Buch ist jedem zu empfehlen, der sich gerne mit Knobelaufgaben beschäftigt. Und wer ein etwas anderes Geschenk für jemanden sucht, der nicht gerade eine Mathephobie hat, liegt mit dieser Sammlung richtig.

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