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Maximale Informationsdichte

Ein hochwertiger Bildband mit 264 Infografiken vermittelt auf spielerische Weise Faktenwissen aus acht Themenbereichen – von Geschichte über Kultur bis zu Wissenschaft.

Der Bildband des Grafikers Jan Schwochow tritt mit einem hohen Anspruch an: »Die Welt verstehen«. Ob das mit einem einzigen Buch (oder grundsätzlich) erreichbar ist, sei einmal dahingestellt – das Werk bietet aber spannende, gut aufbereitete Informationen aus verschiedensten Themenbereichen. Nach der Lektüre ist man definitiv um einiges klüger.

Kreative Grafiken

Die Palette der Grafiken ist dabei thematisch so breit gefächert wie auch die Art der Darstellung, so dass man in einer Rezension nur kurze Schlaglichter darauf werfen kann: Schwochow nimmt sich beispielsweise geschichtlicher Themen wie der Berliner Luftbrücke ebenso an wie wirtschaftlicher Themen, die er etwa an der Entwicklung des Nestlé-Konzerns ausführt. Technologische Bereiche wie der Bau des Gotthard-Basistunnels finden genauso Berücksichtigung wie Aspekte von Kultur und Kunst am Beispiel der Akustik verschiedener Konzertsäle. Informationen, die sich der Wissenschaft zuordnen lassen, wie die Entwicklung von Impfstoffen, kommen gleichfalls nicht zu kurz.

Wie sich mit Infografiken geballtes Wissen vermittelt lässt und mit welchen kreativen Darstellungen, das ist dabei äußerst beeindruckend, fesselt und überrascht mitunter. Das Spektrum reicht von einfachen Kartendarstellungen über künstlerische Zeichnungen bis zu schlichten, jedoch umso verblüffenderen Abbildungen. Der Leser sieht etwa stilisierte Handbuchseiten auf dem Boden ausgelegt und erkennt an der sehr unterschiedlichen Anzahl, mit welchen komplexen Anleitungen einige moderne Errungenschaften verbunden sind: Vier Seiten für Aspirin, 60 für eine Kettensäge, 4250 für eine Boeing 747, aber auch beachtliche 228 Seiten für den Lego-Sternenzerstörer. Mit solchen originellen Überraschungen wartet das Buch fast auf jeder Seite auf. Aha-Effekte ergeben sich, wenn man vom ersten elektrischen Fahrzeug im Jahr 1881 liest; ebenso ist man verblüfft, wenn man sieht, dass sich verschiedene Nationalhymnen grafisch vergleichen lassen – etwa hinsichtlich der Ausprägung verschiedener Themenelemente.

Die Lektüre des Buchs ähnelt ein wenig einem Ausflug in ein Museum, das den Besucher mit gut aufbereiteten Infotafeln in seinen Bann zieht: Überall gibt es etwas zu sehen, und auf den zweiten und dritten Blick erkennt man jeweils mehr. Bei der enormen Informationsdichte lässt sich das Buch kaum von vorne bis hinten durchlesen, vielmehr lädt es zum Blättern ein. Man kann es immer mal wieder in Ruhe aufschlagen, um interessante Grafiken zu studieren.

Auch der »visuelle Index« ist gut gelungen. Schnell findet man die jeweiligen Infografiken durch ihre kleine Abbildung am Ende des Buchs wieder. Insgesamt ist der Bildband ohne Abstriche empfehlenswert. Als Weihnachtsgeschenk eignet er sich hervorragend – er erinnert an ein »Was-ist-was«-Buch für interessierte Erwachsene.

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