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»Entdecke den Weltraum durch dein Teleskop«: Durchblick für kleine Sternenforscher

Den Umgang mit dem Teleskop üben, die unendlichen Weiten des Weltraums entdecken: Dabei begleitet das durchaus anspruchsvolle Kindersachbuch kleine Hobbyastronomen.

»Schon mit einem kleinen Fernglas kannst du mehr sehen als Astronomen wie Galileo Galilei, die vor über 400 Jahren zum ersten Mal Fernrohre in den Himmel gerichtet haben.« Na, wenn das kein Ansporn ist für kleine Hobbyastronomen und solche, die es werden wollen!

Spielerisch motivieren, Neugier wecken, Wissen vermitteln, Schritt für Schritt begleiten: Dieses Kindersachbuch passt prima ins Programm des Verlags mit seinen Naturführern, Büchern, Spielen und Experimentierkästen für Kinder. »Typisch Kosmos« ist es allerdings auch, Autorinnen und Autoren von Kindersachbüchern nicht auf dem Cover, sondern nur auf dem Buchrücken zu nennen und eher nebenbei zu erwähnen. Dabei sind hier doch mit Carolin Liefke (Astronomin) und Natalie Fischer (Physikerin) vom Haus der Astronomie in Heidelberg zwei Naturwissenschaftlerinnen gemeinsam am Werk, die schon als Autorinnen und in Workshops für Kinder ihr pädagogisch-didaktisches Know-how unter Beweis gestellt haben.

Dieses didaktische Können dokumentiert auch der Aufbau des Buchs: Das erste Kapitel »Bevor es losgeht« startet mit Erklärungen zu Ferngläsern und Teleskopen, ihrem Aufbau, der Physik dahinter und ihren Funktionen. Herzstück des Werks ist definitiv das zweite Kapitel »Was es zu entdecken gibt«, in dem sich (fast) alles um die Planeten und den Stern unseres Sonnensystems dreht: Welche Planeten sind in klaren Nächten mit bloßem Auge sichtbar? Wie verändert sich der Sternehimmel übers Jahr? Was haben Sterne mit Tierkreiszeichen zu tun? Diese Fragen und noch viele mehr beantworten Liefke und Fischer engagiert, gründlich und ernsthaft. Und sie ermutigen kleine Hobbyastronomen, auch einen Blick über unsere Galaxie hinaus zu werfen – beispielsweise auf die Andromedagalaxie oder die sogenannte Whirlpool-Galaxie; am besten im Frühjahr, wenn unsere Milchstraße ausnahmsweise einmal nicht die Sicht auf die dahinterliegenden Galaxien versperrt. Das dritte und letzte Kapitel gibt Anregungen dafür, wie die einmal erwachte Leidenschaft für Astronomie lebendig bleibt – durch den Besuch von Planetarien und Sternwarten oder als Mitglied in einem der zahlreichen astronomischen Vereine.

Profundes Nachschlagewerk mit langer Halbwertzeit

Ausführlich, wissenschaftlich fundiert und bei bestimmten Themen sehr detailliert (etwa Teleskoparten oder Okularfiltern) fordern Fischer und Liefke ihre jungen Leser durchaus auch mit längeren Textpassagen heraus, wann immer der Gegenstand es erfordert. Wie gut, dass unterschiedliche Elemente im Layout hierbei für Abwechslung sorgen: So betonen optisch hervorgehobene Kästchen mit Überschriften wie »Schon gewusst?« oder »Aufgepasst!« Einzelaspekte und weisen auch auf »Dos and Don'ts« beim Umgang mit dem Teleskop hin. Auch die vielen Weltraumfotos, Grafiken und Illustrationen lockern die Gestaltung auf und vertiefen frisch erworbenes Wissen. Für Motivation und Identifikation sorgen zahlreiche Fotos mit Kindern beim Arbeiten mit Fernglas und Teleskop.

Keine Frage: Das Buch ist mit seiner eher sachlich-nüchternen Sprache, den teils komplexen Anweisungen sowie Ausflügen in Mathematik und Geschichte eine anspruchsvolle Lektüre für die angepeilte Altersgruppe ab 10 Jahren. Am besten holen sich Kinder daher einen Erwachsenen an ihre Seite, der sie bei ihren ersten Schritten – vom Kauf eines Teleskops bis hin zum Führen eines »Beobachtungstagebuchs« – begleitet. Lassen sich Kinder auf dieses Abenteuer ein, hat dieses Buch das Potenzial, sie als profundes Nachschlagwerk bei der Entdeckung des Weltraums eine ganze Weile zu begleiten.

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