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Chemie mit Alltagsmaterialien

Ein Chemiker stellt Experimente vor, die sich mit überall erhältlichen Handelsprodukten durchführen lassen.

Der Chemieprofessor Georg Schwedt stellt in diesem Buch verschiedene Experimente vor, für die man weder ein Labor noch teure Apparaturen, weder komplizierte Versuchsaufbauten noch ausgefallene Chemikalien benötigt. Bei den Ausgangsstoffen setzt er durchweg auf Alltagsprodukte, etwa Drogerieartikel wie Heilwasser und Salze, Erzeugnisse aus dem Supermarkt wie Bier und Obst, Materialien aus dem Baumarkt oder auch Münzen aus dem eigenen Portmonee. Sogar Büroklammern werden zu Versuchsobjekten. Allerdings greift Schwedt auf einen Chemiebaukasten der Firma Kosmos zurück, der im Internethandel für etwa 60 Euro zu erwerben ist. Dieser enthält neben einigen Chemikalien vor allem die benötigten Laborgeräte sowie Sicherheitshinweise. Möchte man Schwedts Experimente nachmachen, ist der Kauf dieses Baukastens wohl nicht zu umgehen, sofern man nicht auf anderem Weg auf eine Laborausstattung zurückgreifen kann.

Versuche für zu Hause

Das Buch zeichnet sich durch ein gut nachvollziehbares, durchgängiges Konzept aus, was den Lesern die Einarbeitung und den inhaltlichen Zugang deutlich vereinfacht. Jedes Kapitel beginnt mit einer allgemeinen Einführung ins jeweilige Thema. Darauf folgen die Experimente, die durchnummeriert sind und teils aufeinander aufbauen. Unterthemen erscheinen wiederum mit einer kleinen Einleitung. Oft zitiert der Autor namhafte Chemiker, führt wichtige Forschungsergebnisse an, verweist auf die Werke der entsprechenden Wissenschaftler und stellt aktuelle Definitionen vor. Diverse Abbildungen illustrieren das Geschriebene an passenden Stellen – darunter chemische Strukturformeln von Farb- und Aromastoffen, Zeichnungen von Pflanzen und Obst, Fotos von zu untersuchenden Stoffen und Mikroskopaufnahmen von Hefen. Sie ermöglichen es den Lesern, sich das Gelesene bildlich einzuprägen, und fördern so das Verständnis.

Schwedt gelingt eine umfassende Zusammenstellung von Experimenten, die zeigen, wie viel Chemie in unserem Alltag steckt, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Die Versuche lassen sich zu Hause durchführen, sind aber auch im Unterricht hervorragend einsetzbar. Der Autor bereitet sie so auf, dass zunächst theoretische Grundlagen vermittelt werden, gefolgt von den entsprechenden Versuchsanleitungen einschließlich zu erwartender Beobachtungen und Vorschlägen, wie die Ergebnisse zu besprechen sind. Lehrpersonen können das alles leicht anpassen und auf die Niveaus verschiedener Klassenstufen bringen. Daher vermag der Band den Chemieunterricht sowohl der Sekundarstufe I als auch II sehr zu bereichern. Auch Versuchsreihen für naturwissenschaftliche Arbeitsgemeinschaften lassen sich daraus konzipieren; Schwedt bietet viele Anknüpfungspunkte an andere Disziplinen wie die Vulkanologie, die Mineralogie und die Geschichte.

Das Werk spricht somit eine große Gruppe potenzieller Leser an: interessierte Eltern, die alltägliche Stoffe gemeinsam mit ihren Kindern erforschen möchten, aber auch Studierende sowie Lehrende naturwissenschaftlicher Fächer, die nach Anregungen für ihren Unterricht suchen.

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