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Buchkritik zu »Grundwissen Immunologie«

Das Buch stapelt tief. Es gibt mehr als das Grundwissen, denn es gibt alles notwendige Wissen des derzeitigen Standes (der in Details rasch überholt werden wird – immerhin forschen auf dem Gebiet ganze Heere von Biomedizinern grundlegend, ableitend und anwendend mit gescheiten und vorauseilenden Ideen) in lehrbuchmäßig außerordentlich gekonnter Anordnung und lebendiger, fast schmissiger Formulierung wieder. Es macht Freude, mit diesem Meisterwerk von nur 200 reichlich und systematisch illustrierten Seiten in die helfende, heilende und erkennende Komplexität des angeborenen und des entwickelten Immunsystems ohne nebensächliche Überlastung eingeführt zu werden.

Es beginnt gleich mit der einführenden Historie: Ich wusste nicht, dass der bäuerliche Erstentdecker der vor den echten Pocklen schützenden Kuhpocken seine Frau aufs ungewisse Spiel gesetzt hat. Ihr sollte ein Denkmal errichtet werden! Klug und konsequent ist auch, die englischen Begriffe unübersetzt zu verwenden, damit der Nachwuchsforscher gleich lernt, was des Berufsforschers Gewohnheit werden soll. Man braucht sich dann auch nicht mehr an offenbar ununterdrückbaren neudeutschen Sprachmoden zu stoßen.

Der Inhalt bringt natürlich in der Anordnung keine Überraschungen: Erst werden die Immuntechniken vorgestellt – etwa das Immunsystem in gesunder Funktion mit seinen Bestandteilen, der Erkennungsvorgang, klonale Antwort, Immungedächtnis, Verarbeitung, Koordination und Beendigung der Immuninformation. Anschließend folgen die Defekte im Immunsystem mit gezielten Eingriffs- und Nutzungsmöglichkeiten. Das Wissenswerte ist im Text durch „Memo-Boxen“ hervorgehoben und in einem umfangreichen Anhang zusammengefasst. Man erkennt die Lehrerfahrenen! Und wird sich ihnen mit Gewinn anvertrauen, sowohl als Studierende wie als Studierte. Gerade die geordnete Kürze hilft, die Dinge zu verstehen und zu behalten. Dies ist ein idealer Einstieg in die Immunologie

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  • Quellen
BIOspektrum 6/2006

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