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Verwoben mit dem Urknall

Der Physiker Martin Apolin legt dar, wie Universum und Mensch über diverse physikalische Phänomene zusammenhängen.

Lebewesen wie der Mensch bestehen aus vielen Trillionen Atomen, aber im Wesentlichen aus nur rund 20 verschiedenen Elementen. Von den knapp 94 Elementen, die im Universum natürlich vorkommen, hat es also etwa ein Viertel geschafft, in der Evolution zum Zuge zu kommen. Die meisten jener Elemente sind im Innern von Sternen entstanden. Wir bestehen demnach buchstäblich aus Sternenstaub. Das zieht den Physiker und Lehrer Martin Apolin derart in den Bann, dass er darüber das vorliegende Buch geschrieben hat.

Unser Leben verdanken wir nicht zuletzt dem Tunneleffekt, betont Apolin. Dieser erlaubt es Quantenteilchen, in einen Energiebereich zu kommen, in den sie eigentlich nicht gelangen dürften. Der Tunneleffekt spielt bei der Kernfusion im Innern von Sternen eine wichtige Rolle: Er erleichtert die Verschmelzung von Atomkernen, bei der Energie in Form von Licht frei wird – was wiederum Leben auf der Erde ermöglicht.

Meisterleistung der Natur

Apolin verdeutlicht solche physikalischen Zusammenhänge gut nachvollziehbar. Zahlreiche Schwarz-Weiß-Skizzen fördern das Verständnis. Manchmal – etwa beim Thema Tunneleffekt – liefert zusätzlich eine »Angeberversion für Besserwisser« detailreichere Erläuterungen. Am Ende des Buchs finden die Leser zudem Anmerkungen zu einzelnen Sachverhalten, die dann deutlich mehr Zahlen und Formeln bieten, als man sie im Fließtext findet. Das macht das Lesen des Hauptteils angenehm, schafft aber die Option, sich bei Bedarf tiefer gehend zu informieren.

Nach seinem Ausflug in die Physik der Sternenentstehung und der Quantenmechanik stellt Apolin die wichtigsten biophysikalischen Funktionen des menschlichen Organismus vor. Er erklärt, wie das Gehör arbeitet, wie Koordination und Gleichgewichtssinn zusammenhängen, wie unser Körper Energie umwandelt und wie wir im Laufe der Evolution gelernt haben, uns zu verständigen. Der Autor bringt hier nicht viel Neues, präsentiert aber eine kompakte Zusammenfassung des Wissensstands. Dabei wird klar: Wir sind faszinierende Wesen, die die Natur mit über Jahrmilliarden verfeinerten Fähigkeiten ausgestattet hat. Jede einzelne davon ist eine Meisterleistung.

Das Gehirn mit seinen 100 Milliarden Nervenzellen sieht Apolin als das komplexeste Gebilde des Sonnensystems. Von diesem Organ haben wir nur rund fünf Prozent verstanden; hier beruft sich der Autor auf den Biochemiker und Nobelpreisträger Thomas Südhof. Zum Schluss schlägt Apolin wieder den Bogen vom Menschen zum Universum.

Das Buch liefert eine gute und manchmal durchaus humorvolle Zusammenfassung dessen, was den Menschen ausmacht. Er verdeutlicht unseren Ursprung und macht bewusst, wie sehr wir mit der Physik des Weltraums verwoben sind. Unsere Körper sind elementarer Teil der Materie, die sich seit dem Urknall über die Weiten des Universums ausbreitet – eine immer wieder faszinierende Vorstellung. Bahnbrechende neue Erkenntnisse hält das Buch nicht bereit, die Lektüre schärft aber die Sinne für naturwissenschaftliche Zusammenhänge und nicht zuletzt dafür, dass wir auf unsere Gesundheit stets achtgeben müssen; denn viele Mechanismen im Körper sind durchaus fragil.

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