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Mensch versus Corona

Lockdowns, Kontaktverbote, Ausgangssperren: Die Corona-Pandemie hat zahlreiche wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen. Wird das Virus unser Leben dauerhaft verändern?

Der Kampf gegen das tückische Coronavirus erweist sich als ausgesprochen schwierig. Weltweit haben sich (Stand November 2020) über 16 Millionen Menschen infiziert, und 640 000 sind an den Folgen von Covid-19 gestorben. Wegen der gesetzlichen Schutzmaßnahmen müssen einige Betriebe schließen, die Zahl der Arbeitslosen steigt.

Einblick in eine Welt nach Corona

Wird unser Leben so bleiben, wie es war? Oder wird das Virus es dauerhaft verändern? In ihrem neuen Buch gehen die Direktoren des Freiburg Institute for Advanced Studies Bernd Kortmann und Günther Schulze gemeinsam mit 30 anderen Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Bereichen wie Wirtschaft, Medizin, Politik oder Jura diesen Fragen nach.

In verständlicher Sprache geschrieben, richtet sich das Buch an jeden, der einen Einblick in die Welt nach Corona bekommen möchte. Wie die Autoren feststellen, durchleben wir gerade eine der schwersten Wirtschaftskrisen der deutschen Nachkriegszeit. Das bedroht und vernichtet sogar einige Existenzen. Zudem gerieten beispielsweise Eltern an ihre Belastungsgrenze, weil ihre Kinder monatelang nicht in Kindergarten oder Schule gehen durften.

Um die Ausbreitung des Virus zu verzögern, hat die Regierung die Grundrechte eingeschränkt. Wie der Rechtswissenschaftler Andreas Voßkuhle verdeutlicht, beruhen alle Entscheidungen der Politik auf Mutmaßungen. Der moderne Staat verspricht Rationalität, bei der er eine objektive Position einnimmt, und hofft deshalb auf die Zustimmung seiner Bürger. Doch auch rational getroffene Entscheidungen können sich im Nachhinein als falsch erweisen. Niemand weiß genau, wie sich die Pandemie entwickeln wird und welche Folgen für die Gesellschaft entstehen.

Voller Optimismus gingen Gelehrte in früheren Zeiten davon aus, man könne Ungewissheiten durch mehr Forschung weitestgehend beheben. Doch je mehr man dazulernt, desto deutlicher wird, wie wenig man eigentlich weiß. Obwohl ein Lockdown eine drastische Maßnahme ist, die stark in die persönliche Freiheit der Bürger eingreift, sind sich Wissenschaftler nicht einig, ob man die Krise dadurch – zumindest vorläufig – bewältigen kann.

Letztendlich wird die Medizin das Coronavirus besiegen. Dabei setzen Forscher ihre Hoffnungen auf Impfstoffe und Antigen-Schnelltests. Doch bis es so weit ist, werden wir noch eine ganze Weile mit der Pandemie leben müssen. Sie wird unseren Alltag verändern und Politik, Wirtschaft und Staat sowie Religion, Kirche und Philosophie beeinflussen. Nach Corona werden andere Herausforderungen folgen, etwa der Antagonismus zwischen den USA und China sowie die voranschreitende Digitalisierung.

Insgesamt machen die Wissenschaftler um Kortmann und Schulze klar, dass die Bewältigung der Krise besser gelingt, wenn wir vorausschauend und rational handeln. Die kurzen und kenntnisreichen Beiträge der Wissenschaftler fügen sich zu einer Zukunftsvision der Welt nach Corona zusammen, aus unterschiedlichsten Perspektiven betrachtet: von einer religiösen über eine wissenschaftliche hin zu einer politischen und wirtschaftlichen Sichtweise. Kortmann und Schulze sind optimistisch: Das Virus wird irgendwann seinen Schrecken verlieren.

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