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»Nachhaltig leben«: Vom schlechten Gewissen zur praktischen Umsetzung

Mit 77 selbst erprobten Tipps zeigt Michael Wühle, wie sich Nachhaltigkeit praktisch in den Alltag integrieren lässt. Damit Engagement nicht abstrakt bleibt.

Nachhaltigkeit ist als Thema allgegenwärtig, bleibt aber für viele abstrakt oder beschränkt sich auf das mulmige Gefühl, nicht nachhaltig genug zu leben. Hier setzt Michael Wühle an: Sein Buch präsentiert 77 selbst erprobte Tipps, die zeigen, dass Nachhaltigkeit im Alltag umsetzbar ist und dabei weit über reinen Umweltschutz hinausgeht.

Der gelernte Ingenieur ist seit 2013 selbstständig als Nachhaltigkeitsberater für Unternehmen und Privatpersonen tätig. Wühle verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. So betont er auf seiner Website, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine Frage der Verantwortung sei, sondern auch handfeste wirtschaftliche Vorteile biete. Seine Leser ermutigt er, neben ökologischen Fragen auch das Thema Mobilität sowie wirtschaftliche und soziale Aspekte der Nachhaltigkeit mitzudenken und kritisch zu betrachten. So regt er immer wieder zur Selbstreflexion an: Was bedeutet Nachhaltigkeit für mich? Wie kann ich Nachhaltigkeit besser in mein Leben integrieren?

Von Arbeitsweg bis Upcycling

Die Kapitel sind klar strukturiert und drehen sich zunächst um Alltagsthemen – von Ernährung und Arbeitsweg über Kreislaufwirtschaft bis hin zu Energiefragen. Wühle motiviert seine Leser, indem er sie daran erinnert: »Wir sind alle Vorbilder für unser Umfeld.« Während grundlegende Tipps wie Mülltrennung oder Wassersparen für viele nichts Neues sein dürften, finden sich in den Kapiteln zu Kreislaufwirtschaft und Upcycling einige kreative Impulse, die etwa dazu ermuntern, den kaputten Grillhenkel selbst anzulöten oder eigenes fermentiertes Gemüse anzusetzen. Später weitet der Autor den Horizont und bezieht auch größere Zusammenhänge etwa beim nachhaltigen Wirtschaften, der Jobwahl oder in der Politik mit ein.

Der Ton des Buchs ist umgangssprachlich und nahbar, was die Lektüre angenehm macht. Wühle teilt vorbehaltlos seine Gedanken und begegnet möglichen Zweifeln direkt und offen. Die vielen Hinweise auf Apps, Veranstaltungen und Websites erleichtern den Einstieg in die praktische Umsetzung der hier gemachten Vorschläge. Manche Tipps wirken etwas eigenwillig, etwa wenn der Autor anregt, den Rasen mit der Sense zu mähen oder sich die Haare selbst zu schneiden. Auch Ausführungen zur Achtsamkeit im Alltag oder zum Rad des Lebens fallen etwas aus dem Rahmen, und doch bleibt Wühle stets in der modernen Realität verankert. So setzt er sich beispielsweise mit der Frage auseinander, wie wir künstliche Intelligenz einsetzen können, um nachhaltiger zu leben und Zusammenhänge besser zu verstehen.

Dank Querverweisen, Infokästen und hervorgehobenen Kernaussagen lässt sich das Buch flexibel nutzen: Kapitel können gezielt gelesen oder zunächst übersprungen und später wieder aufgegriffen werden. Damit eignet sich »Nachhaltig leben« sowohl für Einsteiger, die Inspiration suchen, als auch für Fortgeschrittene, die tiefer ins Thema eintauchen möchten. Michael Wühle begegnet der von vielen empfundenen Hilflosigkeit im Umgang mit Nachhaltigkeit und bietet jedem konkrete Ideen dafür, selbst aktiv zu werden.

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