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Weißes Gold

Der Architekt Mike Landa und der Dokumentarfotograf Luke Duggleby haben eine Tour rund um den Globus hinter sich. Sie reisten von Nord- nach Südamerika sowie durch Europa, Afrika und Asien. Herausgekommen ist der vorliegende Bildband, der verschiedene Praktiken der Salzgewinnung vorstellt und dabei mit hervorragenden Fotos aufwartet. Das Werk ist äußerst beeindruckend und ästhetisch wertvoll.

Die Autoren führen den Leser an neunundzwanzig Stellen, an denen das "weiße Gold" auf sehr unterschiedliche Weise gesammelt wird. Sie beschreiben jeden Ort auf einer Seite und präsentieren anschließend Fotos von dort. Während man etwa in Spanien das Wasser stark salzhaltiger Quellen in flachen Becken verdunsten lässt, reicht die Kraft der Sonne im nördlichen Dänemark dafür nicht aus. Hier kochen die Menschen traditionell Meerwasser, um den begehrten Stoff zu gewinnen, was sich beispielsweise in wieder aktivierten historischen Anlagen besichtigen lässt. Andernorts nutzen die Einwohner riesige Salzseen, die beim Austrocknen ehemaliger Gewässer zurückgeblieben sind, oder graben Salzstollen in die Erde – unter anderem in Äthiopien und Bolivien.

Ein frühes Konservierungsmittel

Salzgewinnung in Indonesien
Salzgewinnung in Indonesien | Eine Dorfbewohnerin füllt frisches Meerwasser in die Salzkörbe ihrer Familie. Jeden zweiten Tag wiederholt sie das; am siebten Tag kann sie ernten.

Diese Vielfalt ist beeindruckend und unterstreicht die enorme Bedeutung, die Salz hatte und hat: als Nahrungsmittel für Mensch und Tier, vor allem aber zum Haltbarmachen von Nahrung. Lange, bevor es technische Kühlanlagen und moderne Konservierungsstoffe gab, konnte man Lebensmittel mit dem weißen Gold vor dem Verrotten bewahren, was unter anderem den Handel mit ihnen ermöglichte. Das liegt freilich weit zurück.

Heute führt die industrielle Salzaufbereitung in Bergwerken dazu, dass viele klassische Sammelmethoden in Vergessenheit zu geraten drohen. Der Bildband von Landa und Duggleby unterstreicht, wie erhaltenswert diese Verfahren sind – sei es wegen der besonderen Qualität des erhaltenen Produkts, sei es aus kulturhistorischen Gründen.

Salar de Uyuni
Salar de Uyuni | Der Salar de Uyuni in Bolivien ist die größte Salzpfanne der Erde. Dort brechen Arbeiter das harte Salz aus dem Boden und formen es zu Quadern. Manche bevorzugen den Abbau in kreisförmigen Arealen, andere in Rechtecken.

Am Ende des Buchs beleuchten weitere Autoren die Geschichte der Salzgewinnung aus verschiedenen Blickwinkeln: Menschheitsentwicklung, Medizin, Geologie und Philosophie. Diese Texte runden den überaus gelungenen, wenngleich mit rund 80 Euro recht teuren Bildband sehr gut und anschaulich ab.

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