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Anleitung zum nächtlichen Nichtstun

"Was tun Sie, um gut zu schlafen?" An der Antwort erkennt man, ob der Gefragte unter Schlafproblemen leidet, meint der britische Schlafexperte Guy Meadows. Während ein normaler Schläfer nichts tue, außer sich ins Bett zu legen und die Augen zu schließen, schliefen ausgerechnet jene am schlechtesten, die sich am meisten darum bemühen. Einfach wegdämmern? Fehlanzeige!

Guy Meadows' Fünf-Wochen-Programm ist ein Wegweiser aus diesem Teufelskreis heraus. Ziel ist nicht, der Schlaflosigkeit den Garaus zu machen, sondern sie zu akzeptieren. Der Autor verortet sich in der Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT), die unter anderem verhaltenstherapeutische und achtsamkeitsbasierte Strategien miteinander verknüpft.

In Woche eins erfahren die Leser viel über die physiologischen Grundlagen des Schlafs, Risikofaktoren und klassische Bewältigungsstrategien. Tenor: Gelegentliche Schlafstörungen sind ganz normal und werden in vielen Fällen erst durch den Aktionismus der Betroffenen zum Problem. In der zweiten Woche gilt es, die eigene Schlaflosigkeit anzunehmen. Meadows verwendet hier viel Mühe darauf, seine Leser bei der Stange zu halten. Er zählt hinderliche Gedanken auf und widerlegt jeden einzelnen von ihnen. In zahlreichen Fallgeschichten kann man sich wiederfinden und lernen, welches Verhalten sinnvoll und welches schädlich ist.

Unangenehmen Gedanken Hallo sagen

Die dritte Woche ist mit "Begrüßen" betitelt. Jetzt geht es darum, unangenehme Gedanken und Gefühle willkommen zu heißen, etwa mit Worten wie "Hallo Frustration, schön, dich wiederzusehen!" Die wichtigste Botschaft lautet hier: Keiner kann kontrollieren, welche Gedanken auftauchen, jeder aber, wie er auf sie reagiert. In Kapitel vier beschreibt der Autor, wie sich normale Schläfer verhalten. Am Abend sehen sie fern oder lesen ein Buch, ziehen sich einen Schlafanzug an, legen sich ins Bett und schalten das Licht aus. Eine sinnvolle Routine, so Meadows, die dem Gehirn vermittelt, dass nun Ruhezeit ist. Und sie habe eben nicht explizit die Intention, das Schlafen zu fördern. Im abschließenden Kapitel ermutigt der Schlafphysiologe seine Leser, sich darüber klar zu werden, welche Ziele sie im Leben erreichen möchten. Denn ein erfülltes Leben und guter Schlaf gehen für ihn Hand in Hand.

Dank der Randmarkierungen kann man bei Bedarf leicht zu einzelnen Abschnitten zurückblättern und sie noch mal lesen. So soll das Buch dauerhaft helfen. Was dieses gelungene Werk aber vor allem auszeichnet, ist gar nicht so sehr die Methode an sich. Vielmehr ist es die Fähigkeit des Autors, sich in andere einzufühlen und sie zu motivieren. So gibt er ihnen die Hoffnung auf einen gesunden Schlaf zurück.

26/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 26/2016

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