Direkt zum Inhalt

Buchkritik zu »Underwater Universe«

Die technische Ausrüstung des Fotografenehepaares Hochleithner geht schon etwas über den Standard des Tauchurlaubers hinaus: Makroobjektive und Blitzlicht bringen das Gewicht auf über 30 Kilogramm. Aber das ist nicht das Entscheidende. Mit langjähriger Erfahrung, der Hilfe einheimischer Tauch-Guides und viel Geduld und Zähneklappern – Stunden bewegungslos im Wasser zuzubringen kühlt den Körper stark aus – ist es ihnen gelungen, die unglaublichsten Meerestiere vor die Linse zu bringen.

Der bei Unterwasseraufnahmen übliche Blauschleier weicht knallbunten Rot- und Orangetönen: Nur ein Blitzlicht aus nächster Nähe bringt die Originalfarben der Objekte heraus. Erst das Nachblättern im Erläuterungsteil ganz hinten klärt den erstaunten Betrachter darüber auf, dass die spektakuläre »Imperatorgarnele auf Seegurke« gerade mal anderthalb Zentimeter lang ist. Der knubbelige Rundflecken-Anglerfisch, der sich wie ein trotziges Kleinkind mit seinen kleinen Stampferfüßen am Boden abstützt, ist auch nur doppelt so groß. Was so aussieht, als hätte Niki de Saint-Phalle einen bunten Stier ins Korallenriff versenkt, ist eine fünf Zentimeter lange Prachtsternschnecke. Zwei Pygmäenseepferdchen haben sich mit den Schwänzen festgeringelt – aber nicht aneinander, sondern an den Ästen einer Koralle, die ihnen, leuchtend rot gefärbt und mit pickelartigen Auswüchsen, zum Verwechseln ähnlich sind.

Manche Tiere sind so klein, dass sie der Aufmerksamkeit der Zoologen weit gehend entgangen zu sein scheinen; jedenfalls ist die Einordnung einiger der abgebildeten Tierchen auch den Fachleuten nicht gelungen. Der (dreisprachige) Text beschränkt sich auf einleitende Worte und einen sehr knappen Erläuterungsteil am Schluss. Hier kann man einfach die Bilder auf sich wirken lassen – und was für Bilder!

Schreiben Sie uns!

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen
Spektrum der Wissenschaft 4/2006

Partnerinhalte