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Wenn es einfach nicht klappt

Rat und Hilfe für Menschen, die sich vom Wunsch verabschieden möchten, ein eigenes Kind in die Welt zu setzen.

Miriam Funk möchte mit ihrem Buch ein Schweigen brechen und zum Austausch anregen. Nach wie vor ist schätzungsweise jedes achte bis zehnte Paar in Deutschland ungewollt kinderlos, wie sie in ihrem Ratgeber schreibt – trotz Fortschritten in der Reproduktionsmedizin. Nach Jahren körperlicher Strapazen und emotionaler Achterbahnfahrten hätten jene Menschen, an die sich Funk wendet, alle für sie in Frage kommenden Möglichkeiten ausgeschöpft. Was kann danach kommen? Im besten Fall lösen sie sich selbstbestimmt von dem Wunsch, ein eigenes Kind in diese Welt zu setzen, und schmieden einen Plan B, so die Medizinjournalistin. Bis dahin durchleben Betroffene laut Funk eine Trauer, die weder heruntergespielt noch unterdrückt werden dürfe. Die Autorin weiß aus erster Hand, wovon sie schreibt, und lässt in ihrem Ratgeber auch andere betroffene Personen zu Wort kommen, die davon berichten, wie sie mit der belastenden Situation umgehen.

Unbedacht oder übergriffig

»Hast du Kinder?« Manchmal gilt es, ein simples »Nein« als Antwort zu akzeptieren. Es ist bedrückend, von übergriffigen Bemerkungen zu lesen, die laut Funk nicht selten fallen: von unbedachten Äußerungen bis zu einem »Soll ich euch mal zeigen, wie es geht?«. Wir als Gesellschaft sind in der Verantwortung, Menschen zum Austausch zu ermutigen, statt sie zu entmutigen. Denn es gibt andere, die Ähnliches durchleben.

Leider überlässt Funk den Lesenden das weitere Recherchieren. So erwähnt sie eine spannend klingende Studie zu Resilienzfaktoren, die dabei helfen können, nicht an dem vergeblichen Versuch, ein Kind zu bekommen, zu zerbrechen. Doch wer sie wann und wo durchgeführt hat, bleibt offen. Ihr Buch enthält zudem Formulierungen, die einige Menschen vor den Kopf stoßen mögen. Zum Beispiel: »Unter Müttern [schwelt] derweil der Kampf, wer die beste, liebevollste und aufopferndste Mutter ist« und »die Kliniken [sind] voll von ausgebrannten Müttern«. Dies klingt gesellschaftlich höchst besorgniserregend und sollte unbedingt durch Quellen untermauert werden. Auch der Schreibstil der Autorin ist wenig mitreißend – doch dafür schwingen in ihm ihre Erfahrungen mit. Ihre Leistung ist es, diese offen mit denjenigen zu teilen, denen vieles noch bevorsteht.

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