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Stadt, Land, Fluss mal anders

Journalisten haben den Bildband von unserer Welt aus der Satellitenperspektive mit spannenden Fakten ergänzt.

Schon seit Jahren nutzen wir selbstverständlich Programme wie Routenplaner, Kartendienste oder Wetterberichte. Dahinter steht die gleiche Technik, wie sie unter anderem oft für Studien zum Klimawandel, zur Umweltforschung oder zum Düngerbedarf in der Landwirtschaft genutzt wird: die Satellitentechnik. Satelliten sind unbemannte Flugkörper, welche die Erde in Hunderten von Kilometern immer wieder umkreisen und mit hochsensiblen Spezialkameras Fotos von deren Oberfläche übermitteln. Eine Auswahl zeigt der Band »Von oben« aus dem Spiegel Buchverlag.

Rätselhaft – oder doch nicht?

Haben wir hier vielleicht die stark vergrößerte medizinische Aufnahme feiner Blutäderchen in einem Körperorgan vor Augen? Und das könnte der Blick durch die Lupe auf eine rotbraun gestrichene Fasertapete sein? Ein drittes mit genauen landschaftlichen Details einer Meeresbucht beweist endgültig: Satellitenbilder können äußerst unterschiedlich ausfallen. Mal lassen sie sich auf den ersten Blick schwer durchschauen – vor allem wenn es sich um so genannte Falschfarbenbilder handelt –, mal präsentieren sie detailgetreue Landschaften. Die Wissenschaftsjournalisten Jörg Römer und Christoph Seidler nähern sich den unterschiedlichen Varianten, indem sie den Leserinnen und Lesern die dahinterstehenden Orte und Regionen in einem lockeren Kolumnenstil vorstellen. Die drei Beispiele zeigen übrigens das Lena-Delta im Osten Russlands, die Wüste Namib in Afrika und die Bucht mit dem Mont-Saint-Michel im Nordwesten Frankreichs.

Zu den leicht zugänglichen Satellitenbildern gehört auch die Aufnahme der Cheops-Pyramiden am Rand von Kairo. Die Auflösung ist in diesem Fall so gut, dass man die einzelnen, auf Einlass wartenden Touristen zählen könnte. Römer beginnt seine Beschreibung aber erst einmal mit einer Anekdote über Kamal el-Malakh, Architekt und Journalist einer ägyptischen Tageszeitung. Er war es, der neben der linken Cheops-Pyramide bei Ausgrabungen im Jahr 1954 die berühmte Sonnenbarke entdeckte.

So wie bei diesem Motiv erfahren die Leserinnen und Leser bei jedem der über 50 doppelseitigen Bilder immer wieder interessante oder erstaunliche Dinge und Hintergründe. Gegliedert ist das Buch dazu in sechs Kapitel. Nach einer Einleitung zur Entwicklung der Satellitentechnik führt das Autorenteam bei »Stadt, Land, Fluss« an ungewöhnliche Orte auf der ganzen Welt. Dann stehen die sieben Weltmeere im Fokus, gefolgt von beliebten oder exotischen Urlaubszielen. Weniger idyllisch, dafür aber aufklärend oder aufrüttelnd stellen sich die Fotos schließlich in »Hier droht Gefahr« und »Wie der Mensch die Erde prägt« dar.

Der Ansatz, Allgemeinwissen und wissenschaftliche Fakten abwechslungsreich zu kombinieren, ist geschickt und weckt Interesse auf weitere »Satellitenbilderstorys«. Die Qualität der Texte erweist sich jedoch nicht immer als gleich gut – und auch der Vorspann trifft es nicht ganz: »Um die Erde ganz zu begreifen, brauchen wir den Blick aus dem Weltall« heißt es ziemlich am Anfang des rund 290-seitigen Buchs. Dass man durch die Weltraumtechnik mit ihren Satellitenkameras die Erde tatsächlich begreifen kann, mag zu hoch gegriffen sein. Dennoch bringt die Technik zweifellos wertvolle Erkenntnisse und gibt ebenso wie das Buch einen Eindruck davon, wie großartig und zugleich empfindlich unser Lebensraum ist.

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