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Buchkritik zu »Wissen macht Ah!«

Wir haben zu Hause keinen Fernseher. Deswegen wusste ich auch nicht, dass "Wissen macht Ah!" eigentlich eine Fernsehsendung für Jugendliche zum Thema "Wissen" ist (Samstags um 8 Uhr in der ARD, montags bis Donnerstags um 19.25 Uhr im Kinderkanal). Wie in der Fernsehsendung treten der bleiche Ralph mit der eckigen Brille und die schwarze Shary mit dem Augenbrauenpiercing auf und erzählen allerlei Wissenswertes.

Dabei gibt es immer wieder zwischendurch ein paar leicht unappetitliche Nebenbemerkungen: "Ohrenschmalz ist ein bisschen eklig. Denn im Gegensatz zu Popeln ist Schmalz ungenießbar." Vielleicht soll das die Erwachsenen verschrecken, damit die Kinder unter sich sind. Das Buch ist unterhaltsam und gut verständlich geschrieben. Vieles war mir nicht mehr fremd, zum Beispiel dass der Zahn das Härteste in unserem Körper ist und Cola den Schmelz anätzt.

Zu jedem Buchstaben des Alphabets gibt es ein Kapitel, das mit diesem Buchstaben beginnt. Das ist manchmal etwas gewaltsam, wenn zum Beispiel die Kekse unter "Igitt – Kackes" kommen. Na ja, die Schreibweise "Keks" wurde eingeführt, damit man das englische "Cakes" nicht so ausspricht, wie es geschrieben wird. Und für das Vorwort muss man halt bis V warten. Manchmal ist es etwas schwer zu lesen, zum Beispiel das Experiment auf S. 67, das eigentlich ganz lustig ist: Man macht Krater, indem man kleine Bällchen aus Kartoffelbrei in eine Schüssel mit Kartoffelbrei schleudert. Aber die Schrift wechselt so stark die Größe, dass die erste Zeile nur aus einem einzigen Wort besteht, während die letzte Zeile 15 Worte hat.

Oder der Text steht plötzlich kopfüber auf der Seite oder ist kaum zu lesen, weil er kontrastarm rosa auf rosa gedruckt ist. Solche Teile hätte ich am liebsten übersprungen. Die Witze in dem Buch fand ich nicht sehr lustig (Nachtreten ist böse, Nachschlagen gut – haha!) und manche Bemerkungen einfach nur dumm: Klar muss ich vorher um Erlaubnis fragen, wenn ich die Küche in ein Chaos verwandeln will. Aber das müssen mir Ralph und Shary nicht extra erzählen (und noch ein feierliches Erlaubnisformular dazu abdrucken).

Schön abwechslungsreich sind die kleinen Geschichten am unteren Seitenrand: "Das lauteste Schnarchen eines Menschen erreichte 93 Dezibel", steht bei der Seitenzahl 93.

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  • Quellen
Spektrum der Wissenschaft 9/2005

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