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Vorboten der Apokalypse

In »Zerbrechlicher Planet« führen die Herausgeber mit eindringlichen Bildern vor Augen, wie sich unsere Ökosysteme dramatisch verändern.

Der Blick schweift von der linken Seite des Buchs auf die rechte. Auf den gegenüberliegenden Abbildungen ist jeweils ein Satellitenbild des Kariba-Stausees bei Sambia zu sehen. Das eine wurde 2018 aufgenommen, das andere 2019. Der Unterschied könnte nicht drastischer sein: Unaufhaltsam scheint die Wüste auf dem Vormarsch zu sein. Während auf der linken Seite noch viel grünes Wasser zu sehen ist, dominiert rechts der gelbe Wüstensand. Grund dafür sind ausbleibende Regenfälle. Wegen schlimmer Dürren ist der Wasserstand drastisch zurückgegangen. Das Wasser reicht kaum noch für Stromerzeugung und Bewässerung.

Klimawandel sichtbar gemacht

Solche Bilder zeigen eindrucksvoll, wie fragil unser Planet ist und wie er innerhalb kürzester Zeit sein Erscheinungsbild verändert. Eine Fülle dieser Dokumente ist in dem Bildband »Zerbrechlicher Planet« zusammengestellt. Das Kompendium verdeutlicht eine der Hauptursachen des Wandels: Es wird wärmer auf der Erde. Das unterstreichen weitere Satellitenbilder. Sie präsentieren vor allem schmelzende Schnee- und Eismassen überall auf dem Planeten. Da sieht man den isländischen Gletscher Okjökull aus dem Jahr 1986 und muss ihn auf dem Bild gegenüber aus dem Jahr 2019 fast suchen. Er ist nahezu komplett aus dem Landschaftsbild verschwunden. Das gleiche Schicksal wird dem Betrachter beim südpatagonischen Gletscher HPS-12 vor Augen geführt. Seine lang gezogene Gletscherzunge aus dem Jahr 1985 kann man 2017 nur noch erahnen.

Doch das Buch wartet nicht nur mit Bildern von oben auf das Geschehen auf. Viele großformatige Fotografien demonstrieren den Eingriff des Menschen in die Natur direkt vor Ort. Sie zeigen, wie Ökosysteme systematisch zerstört werden und wie man sich vor den Konsequenzen zu schützen versucht. Zum Beispiel in den Niederlanden, wo man mit gewaltigen Pontonsperren das Meerwasser bei Sturmfluten vom Festland fernhält.

Dass man den sich verändernden Umweltbedingungen nicht völlig wehrlos ausgesetzt ist, zeigt ein schönes Beispiel aus dem Jahr 1935, in der Stadt Garden City in Kansas: Wegen schlechter Anbautechniken und Trockenheit erodierten damals die Böden und hüllten die Stadt teilweise in dicken Staubnebel. Doch die Region erholte sich wieder durch veränderte Anbaustrategien und nachhaltige Ackerwirtschaft.

»Zerbrechlicher Planet« ist vor allem eine Zusammenstellung fotografischer Mahnmale und Zeugnisse der Veränderung unserer Umwelt. Kurze Bildtexte erklären die ökologischen Zusammenhänge. Sie zeigen, dass jede Ecke unseres Planeten von Zerstörung betroffen ist. Man wird mit einem globalen Problem konfrontiert, das durchaus apokalyptische Ausmaße annehmen könnte.

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