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»Burnout bei Müttern erkennen und behandeln«: Mama kann nicht mehr

Wenn Mütter nur noch funktionieren, ist es höchste Zeit, fachliche Hilfe zu suchen. Wie ein Burnout speziell bei Müttern richtig diagnostiziert und behandelt wird, erläutert Bärbel Rudolph.

Die Kinder wollen versorgt werden, das Essen muss pünktlich auf dem Tisch stehen, und der Haushalt soll ordentlich und sauber sein. Am Elternabend wird die Kuchenspende natürlich zugesagt, und auch im Beruf ist Leistung gefragt. Kein Wunder, dass sich viele Mütter überfordert und ausgebrannt fühlen, dass sie innerlich abstumpfen und »nur noch funktionieren«. Häufig spielen die Betroffenen die Probleme herunter, denn andere schaffen das ja auch irgendwie. Dass es Anzeichen für einen drohenden Burnout gibt, erkennen viele nicht. Das ist doppelt gefährlich: nicht nur für die Mutter selbst, sondern auch für ihr Umfeld und insbesondere für ihre Kinder, die von einer Erkrankung ihrer meist wichtigsten Bezugsperson sehr in Mitleidenschaft gezogen werden.

Bärbel Rudolph ist Fachärztin für psychosomatische Medizin und Psychotherapie, selbst Mutter von zwei Kindern und in ihrer eigenen Praxis spezialisiert auf Müttergesundheit. Ihre langjährige Erfahrung in der Behandlung von Depression und Burnout, die sie unter anderem als Oberärztin im stationären Bereich gesammelt hat, bündelt sie nun in diesem Buch. Rudolph klärt auf über die allgemein anerkannte Burnoutdiagnostik, erläutert, wie diese im Hinblick auf Mütter anzupassen ist und warum diese besonders gefährdet sind. Anschließend stellt die Autorin verschiedene Therapieansätze und auch ein von ihr selbst entwickeltes Programm vor. Zudem gibt sie Einblicke in verschiedene Behandlungsrahmen, ergänzende Therapieangebote und die Bedeutung der Prävention.

Der Zwölf-Phasen-Zyklus

Rudolph orientiert sich dabei an den zwölf Phasen des Burnouts nach Freudenberger und passt diese an die Situation von Müttern an. Zu jeder Phase gibt es neben einer ausführlichen Erklärung auch ein passendes Zitat und ein Fallbeispiel, durch die Rudolph die jeweilige Symptomatik und ihre Hintergründe verdeutlicht.

Zur Behandlung des Burnouts werden einige Therapieansätze vorgestellt. In ihnen geht es unter anderem darum, das Selbstmitgefühl der Mütter zu fördern, eine Verbindung zur eigenen Emotionalität (wieder)herzustellen und Achtsamkeit zu praktizieren. Auch auf die neurobiologischen Grundlagen des Burnouts geht die Autorin ein. Das von Rudolph selbst entwickelte Programm ist wie eine siebenstufige Pyramide aufgebaut. Es setzt eine Kombination aus ressourcenorientierter Verhaltenstherapie und Hypnotherapie um. Eine praktische Anleitung liefern die Arbeitsblätter im Anhang.

Auf den Punkt

Bärbel Rudolph schreibt sachlich und ohne Ausschweifungen. Das Textverständnis erleichtern Einschübe wie Fallbeispiele, Fazite, Hinweise oder Merkhilfen. Dadurch werden die teilweise langen Textabschnitte gut zusammengefasst und auf den Punkt gebracht.

Insgesamt wird das Thema gründlich beleuchtet, Behandlungsmethoden werden umfassend dargestellt, Symptome anschaulich und verständlich beschrieben – wozu insbesondere die Beispiele und ein Interview mit einer betroffenen Mutter beitragen, die sich in stationärer Therapie befindet. Das Buch ist vor allem für Behandelnde geeignet, kann aber auch Betroffene und ihr Umfeld unterstützen, sofern sie über psychologische Vorkenntnisse verfügen.

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