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Wie Kepler seine Frau fand - und andere Kuriositäten

Um es gleich vorweg zu sagen: Dieses Buch ist nicht für jedermann geeignet. Um es zu verstehen, benötigt man solide Mathematikkenntnisse. Die Mittelstufenmathematik reicht nicht aus; einen Mathematik-Leistungskurs sollte man schon besucht haben. Außerdem sollte man die Mathematik lieben, Spaß an wissenschaftlichen Kuriositäten und keine Angst vor Gehirnverrenkungen besitzen.

Julian Havil, der Verfasser von "Das gibt's doch nicht", ist seit über 30 Jahren Mathematiklehrer am Winchester College, einer der ältesten und renommiertesten Jungenschulen England. 2007 und 2008 veröffentlichte er zwei Bücher mit den Titeln "Nonplussed! Mathematical Proof of Implausible Ideas" und "Impossible? Surprising Solutions to Counterintuitive Conundrums" über mathematische Probleme mit verblüffenden Lösungen. Das vorliegende Werk ist nun deutsche Ausgabe dieses zweiten Bandes.

In achtzehn Kapitel führt Havil den Leser durch die wunderbare Welt der mathematischen Rätsel, die von logischen Paradoxien, über Hutprobleme, die Mathematik der Außerirdischen, Fahrstuhlaufgaben, Pokerproblemen, Kartentricks, Numerologie, Zahlenproblemen bis zu mathematischen Verfahren der Partnersuche gehen. So erzählt der Autor zum Beispiel, mit welcher Systematik der Astronom und Mathematiker Johannes Kepler seine Ehefrau fand. Er traf sich dazu mit elf Kandidatinnen, wog die verschiedenen Eigenschaften und Vorzüge wie den gesellschaftliche Rang oder die zu erwartende Aussteuer gegeneinander ab, verfasste darüber einen Bericht von mehreren Dutzend Seiten – und heiratete schließlich nach zwei Jahren die für ihn beste Frau.

Auch Zahlenspielereien sind in dem Buch zu finden. In dem Kapitel "Die Macht der Potenzen" schreibt er, dass die Mathematiker F. Gruenberger und E. und U. Karst die Potenzen der Zahl 2 darauf untersuchten, wie viele aufeinander folgende Nullen in der Dezimalschreibweise in ihnen auftreten. Die kleinste Zweierpotenz mit zwei aufeinander folgenden Nullen ist 253 = 9 007 199 254 740 992, und die kleinsten Zweierpotenzen mit drei bis acht aufeinander folgenden Nullen sind 2242, 2377, 21491, 21492, 26801 und 214007. Die letzte Zahl hat, wenn man sie ausmultipliziert, 4217 Ziffern. Eine Zweipotenz mit mehr als acht aufeinander folgenden Ziffern zu finden, ist bisher noch niemanden geglückt.

Welchen Nutzen haben solche Untersuchungen? Vermutlich keinen, außer dass man seinen Verstand daran schärfen kann. Aber darüber lässt Havil sich nicht aus. Dieses Buch ist ideal geeignet für Mußestunden eines jeden Mathematikliebhabers und darum wärmstens zu empfehlen.

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