Reiseführer Olymp
Was Sie schon immer über griechische Mythen wissen wollten und sich nie zu fragen trauten – hier werden Sie geholfen.
Mythensammlungen gibt es viele, für Laien verständliche Hilfen zur Deutung der Ränkespiele von Göttern, Sterblichen und Giganten nur wenige. Richard Buxton, Dozent für griechische Sprache und Literatur an der Universität Bristol in England, gelingt das Kunststück: Er bringt Ordnung in den Olymp, stellt Götter und Helden vor die Kulisse der griechischen Geschichte und klopft den Sagenkatalog nach Handlungsmotiven ab.
Da wäre zum Beispiel die Erfahrung von Grenzen, die uns heutige mit den Menschen der Antike verbindet. Mancher Sagenheld übersteht schreckliche Gefahren und wird in den Himmel gehoben. Dann wieder überschreitet ein sterblicher Liebling der Götter die unsichtbare Demarkationslinie und wird hart bestraft (siehe S. 96). Ein anderer bemüht sich um ein redliches Leben, gerät aber dadurch nur umso tiefer in einen Strudel aus Schuld und Sühne. Warum? Sind wir unseres Glückes Schmied oder Gefangene eines vorgegebenen Schicksals? Die griechischen Sagen gehen dem in diversen Szenarien immer wieder nach, können aber letztlich keine eindeutige Antwort geben.
Das Leben, so lautet vielleicht ihre Botschaft, zeigt oft zwei Gesichter, die Tragik ist der Lebenslust nie fern. Dementsprechend schrieben die antiken Autoren, die uns von Göttern, Helden und Giganten berichten, ihren Protagonisten oft Widersprüchlichkeiten zu. Apollon war der Gott der Heilkunst – und tötete mit Pestpfeilen. Zeus, die höchste Autorität im Olymp, stand für moralische Werte wie die Rechtsordnung und die Verlässlichkeit des Eids, bevölkerte aber den Olymp wie die Erde mit unehelichen Nachkommen. Held Herakles besiegte kühl die schrecklichsten Gegner, neigte aber in Liebesdingen zu Wahnsinn und Raserei.
Tragik, Größe, Schuld und Ambivalenz sind Themen, die nichts an Aktualität verloren haben. Man findet sie in der großen Politik wie in der psychotherapeutischen Praxis, in der Weltliteratur wie in der Fernsehsoap. Buxtons Sachbuch nimmt den Leser mit auf eine Reise zum Olymp, die ihn letztlich nach Hause führt.
Mythensammlungen gibt es viele, für Laien verständliche Hilfen zur Deutung der Ränkespiele von Göttern, Sterblichen und Giganten nur wenige. Richard Buxton, Dozent für griechische Sprache und Literatur an der Universität Bristol in England, gelingt das Kunststück: Er bringt Ordnung in den Olymp, stellt Götter und Helden vor die Kulisse der griechischen Geschichte und klopft den Sagenkatalog nach Handlungsmotiven ab.
Da wäre zum Beispiel die Erfahrung von Grenzen, die uns heutige mit den Menschen der Antike verbindet. Mancher Sagenheld übersteht schreckliche Gefahren und wird in den Himmel gehoben. Dann wieder überschreitet ein sterblicher Liebling der Götter die unsichtbare Demarkationslinie und wird hart bestraft (siehe S. 96). Ein anderer bemüht sich um ein redliches Leben, gerät aber dadurch nur umso tiefer in einen Strudel aus Schuld und Sühne. Warum? Sind wir unseres Glückes Schmied oder Gefangene eines vorgegebenen Schicksals? Die griechischen Sagen gehen dem in diversen Szenarien immer wieder nach, können aber letztlich keine eindeutige Antwort geben.
Das Leben, so lautet vielleicht ihre Botschaft, zeigt oft zwei Gesichter, die Tragik ist der Lebenslust nie fern. Dementsprechend schrieben die antiken Autoren, die uns von Göttern, Helden und Giganten berichten, ihren Protagonisten oft Widersprüchlichkeiten zu. Apollon war der Gott der Heilkunst – und tötete mit Pestpfeilen. Zeus, die höchste Autorität im Olymp, stand für moralische Werte wie die Rechtsordnung und die Verlässlichkeit des Eids, bevölkerte aber den Olymp wie die Erde mit unehelichen Nachkommen. Held Herakles besiegte kühl die schrecklichsten Gegner, neigte aber in Liebesdingen zu Wahnsinn und Raserei.
Tragik, Größe, Schuld und Ambivalenz sind Themen, die nichts an Aktualität verloren haben. Man findet sie in der großen Politik wie in der psychotherapeutischen Praxis, in der Weltliteratur wie in der Fernsehsoap. Buxtons Sachbuch nimmt den Leser mit auf eine Reise zum Olymp, die ihn letztlich nach Hause führt.
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