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Und jetzt: das Wetter

1500 Stichwörter, 90 Biografien, 430 Abbildungen, 90 Infokästen – das sind alles beeindruckende Zahlen. Doch wenn es ums Wetter geht, hat ja beinahe jeder etwas beizusteuern, denn täglich und weltweit handelt es sich um das wohl beliebteste Gesprächsthema. Auch der Begriff "Klima" ist im Zusammenhang mit "Wandel", "Schutz" oder "Veränderung" ebenso wie der Begriff der "Erderwärmung" derzeit in aller Munde – und doch weiß niemand, was die Zukunft bringen wird. Das Brockhaus-Lexikon "Wetter und Klima" versucht deshalb Orientierungshilfen und Hintergrundwissen zu geben, präsentiert Fakten und Modelle. Mehr, manchmal auch weniger, detaillierte Informationen anerkannter Wissenschaftler stellen den neuesten Stand der wissenschaftlichen Forschung vor.

Wie es sich für ein Lexikon gehört, erläutert das Lexikon Fachbegriffe aus Wettervorhersage und Meteorologie, informiert über den Klimawandel und stellt komplizierte Klimaprozesse anschaulich und verständlich dar. Erleichtert wird dies durch zahlreiche Grafiken, Schaubilder und Diagramme. Von A wie "Abbe" (ein amerikanischer Astronom und Meterologe) bis Z wie "zyklostrophischer Wind" lassen die Stichworte kaum eine Frage zum Thema Wetter, Naturereignisse und Klima offen. Wie entsteht Föhn? Was ist eine "Inversionswetterlage"? Und was versteht man unter einer "Saffir-Simpson-Skala"? Artikel zu den zwölf Monaten und Jahreszeiten geben Auskunft über Temperaturen, Niederschläge, Sonnenscheindauer, Luftdruck oder typischen Wetterverlauf. 90 Kurzbiografien widmen sich zudem Forscherpersönlichkeiten mit ihren jeweiligen Entdeckungen.

Unter dem Schlagwort "Klimaänderungen" gibt es eine ganze Reihe von Skalen, dazu kommt das Sonderthema "Klimadebatte" über zwei Seiten plus Klimamodelle. Auch das derzeit so häufig benutzte Wort "Klimaschutz" wird definiert: als "Sammelbezeichnung für alle politischen, ökonomischen und technischen Maßnahmen, die globale Erwärmung und den damit verbundenen Klimawandel zu verhindern beziehungsweise abzumildern". Wobei sich die Frage stellt, inwieweit der Mensch überhaupt in der Lage ist, das Klima zu "schützen", denn verändert sich das Klima nicht unaufhörlich im Laufe der Erdgeschichte? Der Mensch sollte vielmehr Sorge tragen, dass seine teils unvermeidbaren Veränderungen und Eingriffe in die Natur nicht Überhand nehmen und damit gewisse Prozesse beschleunigt werden.

Kleine zwischengeschobene, gelb hinterlegte Infokästen liefern Zusatz- und Hintergrundinformationen zu unterschiedlichen Aspekten, getrennt in die Rubriken Phänomene, Klimawandel, Klimaschutz, Methoden und Forschung, Bauernregeln und Aberglaube, Forscher und Institutionen sowie Gesundheit. Profan klingende Fragen wie "Wird man im Regen weniger nass, wenn man rennt?", "Kann man Schnee riechen?" oder "Wie weit ist den Bauernregeln zu trauen?" werden ebenso behandelt wie kompliziertere Sachverhalte, etwa warum das Sonnenlicht bei Untergang rot erscheint oder was der Golfstrom ist. Man erfährt zum Beispiel, dass es in der Arktis immer früher Frühling wird, dass es auch auf dem Mars Klimaveränderungen gibt, wie Meeresströmungen oder der Jetstream funktionieren und wie es zum Regenbogen kommt.

In zehn Sonderartikeln geht es schließlich um komplexere Themen wie Chaostheorie, Deutschlandwetter, Klimadebatte oder Wassermangel. Lesenswerte, illustrierte Texte sind überschrieben mit "Der entlarvte Wetterfrosch" – über Irrtümer in Sachen Wetter und Klima –, "Bei Neumond schlägt das Wetter um" oder "Frösche sagen das Wetter voraus". Zudem geht es um Wassermangel und seine Gründe.

Brockhaus ist bekannt für Nachschlagewerke und publizierte bereits mehrere Sachlexika: über Gesundheit, Alternative Medizin, Sport und Politik, oder auch über Wein, Gastronomie, Kochkunst und Ernährung. Wie diese ist das Wetterlexikon gut aufgemacht: gutes Papier, farbige Fotos (viele Satellitenaufnahmen wie von Hurrikanen), Landschafts-, Wolken- und Detailbilder, Luftaufnahmen, dazu Tabellen und schematische Darstellungen (Hygrometer, Inversionswetterlage oder Luftmassenverschiebungen). Grafiken erläutern unter anderem die Niederschlags- oder Schwefeldioxidverteilung, erklären Thermik oder den Wasserkreislauf.

Der Gehalt der Artikel ist unterschiedlich, zum Beispiel vermisst man unter dem Schlagwort "Graupel" einen Hinweis auf Hagel, während dort wiederum steht, dass Hagel Graupelbildung voraussetzt. So richtig klar wird der Unterschied am Ende nicht. "Wind" ist ebenfalls wenig pragmatisch behandelt. Statt gleich in die Details der Entstehung und Prozesse einzusteigen, wäre eine Übersicht über verschiedene spezifische Winde wie Hurrikane, Taifun, Tornado oder auch Föhn oder Shirokko wünschenswert gewesen. Und dennoch, dieses Wetterlexikon ist eine Bereicherung für jedes Bücherregal.

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