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Schwabinger Bestie

Determinismus und Willensfreiheit, Schuld und Verantwortung sind die Themen des zweiten Thrillers von Marcus C. Schulte von Drach. Was sich nach einer schwer verdaulichen metaphysischen Abhandlung anhört, entpuppt sich als gelungener, gut recherchierter Krimi über eine internationale Mordserie, welche die Ermittler vor viele Rätsel stellt.

Abgesehen von der einführenden Szene im kongolesischen Dschungel beginnt die Handlung im Sinne des Genres klassisch mit dem Fund einer weiblichen Leiche im englischen Garten. Und es deutet nichts darauf hin, dass die "Schwabinger Bestie" ihr Morden einstellt. Schulte von Drach führt seine Leser auf des Täters Spuren vom Kongo nach München über Hawaii, Schottland und die USA. Verschiedene Ermittlerteams arbeiten international zusammen, um den Mörder zu fassen.

Obwohl die vielen Figuren gut gezeichnet sind und ihre Schicksale berühren, sind sie dem Autor eine Spur zu konventionell geraten, zum Beispiel kämpft der überarbeitete Leiter der Sonderkommission Bauer nicht nur um die Lösung dieses schwierigen Falls, sondern auch noch mit einer persönlichen Tragödie. Ein anderes Beispiel ist die ermittelnde Psychologin, welche die Menschen in ihrem Umfeld schnell, treffend und knallhart analysiert – eine von vielen Krimiautoren zu oft genutzte Gelegenheit, auf den Stereotyp zurückzugreifen, um andere Charaktere in einem Absatz kurz und knapp in das Geschehen einzuführen und dabei detailliert zu beschreiben.

Es sei dem Autor verziehen, denn Schulte von Drach hat einen komplex konstruierten Thriller geschrieben, der wesentliche Fragen der Wissenschaft und der Gesellschaft in eine spannende Handlung einbettet und so dem Krimi-Liebhaber höchsten Lesegenuss beschert.

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Schwabulierkunst

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