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Der geheime Schlüssel zum Universum

Weltall, Schwarze Löcher, Kernfusion – solche Dinge interessieren einen schon dann, wenn man für die meisten "erwachsenen" Erklärungen noch zu klein ist. "Was ist unendlich?", habe ich meinen Vater hoffnungsvoll nach einer Wissenssendung über Astronomie im Fernsehen gefragt. Der hat ungefähr so herumgestottert wie ich, als mein achtjähriger Sohn mir exakt dieselbe Frage stellte.

Ein Buch für Jüngere über die Geheimnisse des Weltalls zu schreiben, ist also eine ganz schön komplizierte Angelegenheit. Aber genau das ist dem Autor Stephen Hawking sehr gut gelungen. Das ist eine Überraschung, denn Stephen Hawking ist ein sehr berühmter Physik-Professor in Cambridge, und normalerweise schreibt er so schwierige Dinge, dass selbst seine Professorenkollegen lange darüber nachdenken müssen.

Seine Tochter Lucy hat an dem Buch mitgeschrieben. Vielleicht hat sie ja ihrem Vater ab und zu einen Tipp gegeben, wo er sich noch etwas verständlicher ausdrücken sollte.

Stephen Hawking ist auch deswegen so berühmt, weil er seine genialen Ideen hat, obgleich er seit vielen Jahren schwer krank ist. Inzwischen sitzt er im Rollstuhl und kann nur noch mit Hilfe eines Computers sprechen. Als er mit Lucy "Der geheime Schlüssel zum Universum" schrieb, war er auch schon viele Jahre auf diesen Computer angewiesen. Aufgefallen ist mir das, weil im Buch eine der Hauptrollen ein wahnsinnig fähiger Computer spielt, nach dessen eigener Meinung "der leistungsfähigste Computer auf der ganzen Welt".

Die im Buch erzählte Geschichte ist nicht wirklich neu: Es geht um einen Jungen, der von anderen ganz schön gemobbt wird, dessen Eltern ein bisschen komisch sind und der plötzlich auf seltsame, außergewöhnliche Leute trifft, die ihm helfen und von denen er jede Menge lernt. Am Ende bewundern ihn dann natürlich (fast) alle, und er bekommt seinen größten Wunsch erfüllt. So weit, so gut. Aber es ist wirklich witzig erzählt; so hat der Junge ein zahmes Hausschwein, das immer dort schnüffelt, wo es nicht soll, und dadurch die merkwürdigsten Dinge erlebt.

Das wirklich Besondere ist aber etwas anderes: So ganz nebenbei wird zum Beispiel unser Sonnensystem erklärt, und wie ein Schwarzes Loch entsteht. Da Stephen Hawking ein Spezialist für Schwarze Löcher ist, kann man sich auf diese Erklärungen auch verlassen. Das ist nicht nur in die Geschichte eingebettet, sondern im Buch gibt es seitenweise Bilder, Grafiken und Texte zu solchen Themen. Klar, wenn man nur die Astronomie will, muss man sich keine Abenteuergeschichte antun – aber ich finde es toll, wenn man beides zusammen bekommt.

Wenn euch diese Mischung gut gefällt, könnt ihr euch noch Nachschub gönnen: "Der geheime Schlüssel zum Universum" ist nur der erste Teil einer Trilogie, gefolgt von "Die unglaubliche Reise ins Universum" und "Zurück zum Urknall – Die große Verschwörung".

Alle drei Bücher gibt es übrigens auch als Hörbuch. Der Sprecher Rufus Beck macht seine Sache sehr gut, und ich höre ihm gerne zu. Für lange Autofahrten also gar nicht schlecht. Aber mir fehlen die zusätzlichen Infos des Buches, die ich gerade aufgezählt habe. Da hilft es auch nur wenig, dass der Verlag mitgedacht hat und in dem Booklet zu den CDs Erklärtexte abdruckt: von "Der Nachthimmel" und "Unser Mond" bis "Neutronensterne".

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