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Mensch, Bulle!

Die Frage, wie Notfallhelfer, Ärzte oder Polizisten verarbeiten, was sie in ihrem Beruf mit ansehen und erleben, hat sich wohl schon jeder einmal gestellt. Dass sie Menschen sind, die das Leid oft zu erdrücken droht, weiß man spätestens nach der Lektüre dieses Buchs.

Hervorgegangen ist es aus dem Projekt "Polizei-Poeten", das der Kriminalhauptkommissar und Konfliktberater Volker Uhl 2002 ins Leben rief. Es ermutigt Beamte, sich Erschütterndes von der Seele zu schreiben. "Endlich ist Schluss mit dem Bullengetue", heißt es im Vorwort. "Endlich tritt jemand nach vorne und zeigt, wie die Kollegen wirklich sind. Nicht nur stark, hart und unbesiegbar, sondern mitfühlend, sensibel und menschlich." Da berichtet jemand vom Gefühl der Hilflosigkeit und Überforderung während einer Serie von Vergewaltigungen. Ein anderes Mal kämpfen Beamte mit Furcht und Wut: unnütze erste Hilfe bei einem Autounfall, der Tod des Kollegen, Asylanten, die man in die Ungewissheit abschieben muss. Uhls Poeten fragen sich: Ist es richtig, was ich mache? Was ist fair, was Gesetz? Die 38 Kurzberichte sind anrührend, schrecklich schön und – beängstigend. "Keine Sorge", beruhigt Volker Uhl, "wir kümmern uns darum."

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  • Quellen
Gehirn und Geist 12/2005

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