Mathematische Anekdoten
Der 1950 in Tübingen geborene Albrecht Beutelspacher ist Professor für Geometrie und Diskrete Mathematik an der Universität Gießen. Er hat über zwanzig Bücher geschrieben – wissenschaftliche sowie populärwissenschaftliche – und hat ein begnadetes Talent, Mathematik dem Laien verständlich und spannend darzustellen. 2002 gründete er das Mathematikum in Gießen, das erste mathematische Mitmach-Museum der Welt, dessen Direktor er auch ist. Seit Oktober 2000 schreibt er für das Magazin "bild der wissenschaft" jeden Monat die Kolumne !Beutelspacher – Sechsundsechzig der Beiträge daraus hat er nun zum Buch "Einmal sechs Richtige und andere Mathe-Wunder" zusammengefasst.
Das entstandene Werk ist hervorragend zum Blättern und Schmökern geeignet. Die sechsundsechzig Kapitel sind jeweils abgeschlossene Miniaturen von etwa zwei Seiten Länge und können in beliebiger Reihenfolge gelesen und auch vorgelesen werden. Beutelspacher berichtet nicht in trockenen Worten und mit vielen Formel über Mathematik, sondern erzählt kleine Geschichten aus seinem Leben, die häufig von seiner Frau und seinen beiden Kindern Christoph und Maria handeln. Die meisten Szenen haben, wie er selbst im Vorwort schreibt, sich zwar nicht genau so zugetragen wie beschrieben, aber sie hätten so verlaufen können.
Das Spektrum, das Beutelspacher in seinem Buch abdeckt, ist groß. Es gibt Kapitel über bestimmte Zahlen wie zum Beispiel über die 1, die 2, die 3, die 4 und die 40. Die Geometrie tritt in vielen Rollen auf: etwa beim Fußball, beim Möbiusband, bei der Bienenwabe, bei der Satellitenschüssel, bei eine Halskette oder bei der Raumaufteilung eines Museum. Doch auch die Lottozahlen, der Balkencode auf Waren, Kaleidoskope, Fingerabdrücke, Ellipsen, die vierte Dimension, das Rechnen mit römischen Zahlen, magische Quadrate, die Fibonacci-Zahlen und Sudokus sind vertreten. Es ist unmöglich, an dieser Stelle alles aufzuzählen.
Einen kleinen Appetitanreger möchte ich Ihnen aber bieten: "Manchmal merkt man seinen Kindern an, dass sie einen Trumpf im Ärmel haben und es kaum erwarten können, ihn auszuspielen. [...] Neulich hatten wir wieder eine solche Situation. Wir wollten mit der ganzen Familie Freunde besuchen. Zu Beginn der Fahrt tankte ich das Auto noch einmal voll, und kaum waren wir auf der Straße, fragte meine Tochter Maria: 'Hast du an der Tankstelle auf den Boden geschaut?' War es der scheinbar lässige Ton oder ihr lauernder Blick – ich merkte, dass sie etwas wusste, was ich nicht wusste. [...] War der Boden der Tankstelle homogen aus Asphalt gegossen? Nein, ich glaubte mich wenigstens daran zu erinnern, dass der Boden aus einzelnen Platten bestand. 'Sind es die viereckigen Platten?' Das war offensichtlich die falsche Frage! Denn an Marias Reaktion merkte ich, dass sie die Frage nicht direkt beantworten konnte. Dann aber drängte das Geheimnis aus ihr heraus. 'Hast du mal geschaut, ob es überhaupt viereckige Platten sind?' Das also war des Pudels Kern! Ich überlegte. Sicherlich wurde nur ein Typ von Platten verwendet. Und vermutlich waren die Platten auch reguläre Vielecke. Dann kamen nur Dreiecke, Quadrate und Sechsecke in Frage. Das wusste schon Johannes Kepler."
Um Beutelspachers Buch lesen zu können, benötigt man keinerlei Mathematikkenntnisse. Etwas Neugier genügt, und am Ende des Buches hat man sehr viel über Mathematik gelernt, ohne dass man sich dessen so recht bewusst geworden ist. Ein unbedingt empfehlenswertes Buch!
Das entstandene Werk ist hervorragend zum Blättern und Schmökern geeignet. Die sechsundsechzig Kapitel sind jeweils abgeschlossene Miniaturen von etwa zwei Seiten Länge und können in beliebiger Reihenfolge gelesen und auch vorgelesen werden. Beutelspacher berichtet nicht in trockenen Worten und mit vielen Formel über Mathematik, sondern erzählt kleine Geschichten aus seinem Leben, die häufig von seiner Frau und seinen beiden Kindern Christoph und Maria handeln. Die meisten Szenen haben, wie er selbst im Vorwort schreibt, sich zwar nicht genau so zugetragen wie beschrieben, aber sie hätten so verlaufen können.
Das Spektrum, das Beutelspacher in seinem Buch abdeckt, ist groß. Es gibt Kapitel über bestimmte Zahlen wie zum Beispiel über die 1, die 2, die 3, die 4 und die 40. Die Geometrie tritt in vielen Rollen auf: etwa beim Fußball, beim Möbiusband, bei der Bienenwabe, bei der Satellitenschüssel, bei eine Halskette oder bei der Raumaufteilung eines Museum. Doch auch die Lottozahlen, der Balkencode auf Waren, Kaleidoskope, Fingerabdrücke, Ellipsen, die vierte Dimension, das Rechnen mit römischen Zahlen, magische Quadrate, die Fibonacci-Zahlen und Sudokus sind vertreten. Es ist unmöglich, an dieser Stelle alles aufzuzählen.
Einen kleinen Appetitanreger möchte ich Ihnen aber bieten: "Manchmal merkt man seinen Kindern an, dass sie einen Trumpf im Ärmel haben und es kaum erwarten können, ihn auszuspielen. [...] Neulich hatten wir wieder eine solche Situation. Wir wollten mit der ganzen Familie Freunde besuchen. Zu Beginn der Fahrt tankte ich das Auto noch einmal voll, und kaum waren wir auf der Straße, fragte meine Tochter Maria: 'Hast du an der Tankstelle auf den Boden geschaut?' War es der scheinbar lässige Ton oder ihr lauernder Blick – ich merkte, dass sie etwas wusste, was ich nicht wusste. [...] War der Boden der Tankstelle homogen aus Asphalt gegossen? Nein, ich glaubte mich wenigstens daran zu erinnern, dass der Boden aus einzelnen Platten bestand. 'Sind es die viereckigen Platten?' Das war offensichtlich die falsche Frage! Denn an Marias Reaktion merkte ich, dass sie die Frage nicht direkt beantworten konnte. Dann aber drängte das Geheimnis aus ihr heraus. 'Hast du mal geschaut, ob es überhaupt viereckige Platten sind?' Das also war des Pudels Kern! Ich überlegte. Sicherlich wurde nur ein Typ von Platten verwendet. Und vermutlich waren die Platten auch reguläre Vielecke. Dann kamen nur Dreiecke, Quadrate und Sechsecke in Frage. Das wusste schon Johannes Kepler."
Um Beutelspachers Buch lesen zu können, benötigt man keinerlei Mathematikkenntnisse. Etwas Neugier genügt, und am Ende des Buches hat man sehr viel über Mathematik gelernt, ohne dass man sich dessen so recht bewusst geworden ist. Ein unbedingt empfehlenswertes Buch!
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