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Niemals tierische Produkte

Interessierten Zuschauern präsentiert diese Dokumentation in 80 Minuten die wichtigsten Gründe, vegan zu leben. Sie bringt Volkskrankheiten wie Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen mit dem Konsum tierischer Lebensmittel in Verbindung; sie hinterfragt unser seltsames Verhältnis zu Tieren; und sie erörtert Fragen des Umweltschutzes und des Einsatzes von Antibiotika. Moralvorstellungen, die Ausbeutung von Tier und Mensch und der Klimaschutz werden thematisiert – vor allem aber individuelle Geschichten von Veganerinnen und Veganern. Sie treten uns in vielerlei Gestalt entgegen – von der veganen Studentin über den Verhaltensbiologen, den Landwirt und den Chefkoch bis hin zum Bioethik-Professor.

Produzent Mark Pierschel kommt in der Dokumentation zwar nicht zu Wort, schildert aber im beigefügten Booklet, wie er auf die Idee für diesen Film kam. In Portland, Oregon, habe er ökologisch bewusste Menschen, grüne Wälder und vor allem unzählige vegane Restaurants und Imbisse gesehen. Das habe den Wunsch in ihm keimen lassen, Geschichten aus dem Leben zu erzählen, "in denen Menschen auf ihrem ganz eigenen Weg zum Veganismus gefunden haben". Pierschel bringt seine Zuschauer mit diesem Grundgedanken tatsächlich viel näher an den Veganismus heran, als es der "erhobene Zeigefinger" je könnte. Dieser fehlt in der Dokumentation – und das ist gut so.

Zu kritisieren ist jedoch die recht einseitige Darstellung. Alle Protagonisten des Films sind einer Meinung: dass es nämlich einfach falsch ist, tierische Produkte zu konsumieren. Es wäre interessant gewesen, auch davon abweichende Einschätzungen von Ernährungswissenschaftlern, Medizinern oder Biologen zu hören. Was bedeutet "gute und richtige Ernährung"? Dazu gibt es sicher mehr als nur einen legitimen Standpunkt.

Ursache oder Wirkung?

Auch hinterfragt die Dokumentation zu wenig, was Ursache und was Wirkung ist. Ein altbekanntes Problem aus der Epidemiologie: Menschen, die in irgendeiner Weise bewusst leben (ohne Fleisch, ohne Alkohol, ohne Fernsehen ...), bemühen sich meist auch intensiver um einen gesunden Lebensstil. Das heißt, sie treiben mehr Sport, vermeiden ungesunde Angewohnheiten konsequenter als andere, achten stärker auf hinreichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen und vieles mehr. Die generellen Auswirkungen dieser Lebensweise lassen sich nicht ohne Weiteres von den speziellen Konsequenzen des Fleischverzichts trennen.

Sehr schön an der DVD sind die Extras. Dem Zuschauer werden 5 zusätzliche Interviews geboten, ein 16-seitiges Booklet sowie ein Spezialteil, der die Protagonisten des Films zwei Jahre nach dem ersten Dreh noch einmal zeigt. Es ist interessant zu sehen, was sich während dieser Zeit im Leben der Interviewten verändert hat. DVD-Hülle, Umverpackung und Booklet sind aus wiederverwendetem Material hergestellt und mit pflanzlichen Farben bedruckt, um die Botschaft des Films zu unterstreichen.

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