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Heilende Pflanzen von A bis Z

Arzneipflanzen gehören unabdingbar zur menschlichen Geschichte, ihrer Kultur und Tradition. Schon in der Frühzeit haben die Menschen sie zu medizinischen Zwecken verwendet, und auch in unserer heutigen Zeit sind sie eine wertvolle natürliche Alternative zu synthetischen Medikamenten. Immer neu finden Wissenschaftler gesundheitsfördernde Eigenschaften der Flora rund um den Globus heraus – sei es im fernen Amazonas oder im heimischen Bauerngarten.

Doch was macht ein Gewächs überhaupt zur Arzneipflanze? Wozu und warum kann man sie verwenden? Wie sieht sie aus? Antworten auf diese und andere Fragen gibt das neue "Handbuch der Arzneipflanzen". Das Autorentrio Ben-Erik van Wyk, Coralie und Michael Wink stellt darin die 320 wichtigsten Arzneipflanzen der Welt in Wort und Bild vor. In jeweils einseitigen Pflanzenportraits informieren sie wissenschaftlich fundiert über ihre Biologie, traditionelle und moderne Anwendungsgebiete sowie die pharmakologische und klinische Wirksamkeit.

Beispielsweise lernt der Leser Xysmalobin undulatum näher kennen: Unter der etwas geläufigeren Bezeichnung Uzara hat so mancher bestimmt schon einmal die Wurzeln dieser südafrikanischen Pflanze als bewährtes Mittel gegen Durchfall und Krämpfe verwendet. Uzara als Heilpflanze entspringt der traditionellen chinesischen Medizin, besitzt aber auch eine positive Monographie der deutschen Kommission E, das heißt sie ist hier als eigenständiges Arzneimittel registriert und zugelassen. Neben botanischen Merkmalen und der Indikation fassen die Autoren außerdem zusammen, welche Teile und wie sie angewandt, zubereitet und dosiert werden. Den entsprechenden fachlichen Hintergrund liefern die Angaben zu den Wirkstoffen und ihrer Pharmakologie. Gerade bei so unbekannten Pflanzen wie Uzara sind die anschaulichen, charakteristischen Farbfotos eine spannende Ergänzung zu dem Text. Doch nicht nur Exoten finden in dem Kompendium ihren Platz, schließlich gedeihen auch bei uns wertvolle Heilpflanzen. So stößt der Leser unter anderem auf Melissa officinalis (Zitronenmelisse), die Heilpflanze des Jahres 2006 und erfährt, dass das beliebte Küchenkraut beruhigend, blähungslindernd, krampflösend und antiviral ist.

Bevor die Autoren jedoch detailliert in das Pflanzenreich eindringen, geben sie einen historischen Überblick über die Phytopharmakologie. In diesem Zusammenhang gehen sie zudem kurz auf verschiedene kulturelle Ausprägungen ein, beispielsweise Ayurveda, Traditionelle Chinesische- oder Anthroposophische Medizin. Zu den Vorab-Basisinformationen gehören auch die Zusammenstellung verwendbarer Pflanzenteile und die Art und Weise, wie sie verabreicht werden können.

Im Gegensatz dazu sprechen die Ergänzungen nach dem Pflanzenverzeichnis eher Wissenschaftler an: Das Kapitel mit den chemischen Formeln der relevanten Wirkstoffe soll helfen, die komplexen Wirkungen der Phytopharmaka im Körper besser zu verstehen und wird durch eine Kurzvorstellung der häufigsten mit ihnen behandelbaren Krankheitsbilder vervollständigt. Schließlich findet sich im Anhang noch eine umfangreiche Checkliste weiterer wichtiger Arzneipflanzen, ein Glossar sowie Literaturhinweise.

"Ein illustrierter Leitfaden", so lautet der Untertitel des Buches bescheiden. Dabei ist es gut strukturiertes, fast 500-seitiges Referenzwerk für wissbegierige Laien und Fachleute zugleich. Ohne das Inhaltsverzeichnis, das auch die deutschen Bezeichnungen enthält, wäre es allerdings schwer zwischen Kräutern, Sträuchern und Bäumen von Acacia catechu (Gerberakazie) bis Ziziphus jujuba (Brustbeerbaum) eine gesuchte Heilpflanze zu finden.

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