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Alles Quark?

Quark-Materie – In dieser besonderen Zustandsform der Materie mag unser Universum nur kurz nach dem Urknall gewesen sein. Während der weiteren 15 Milliarden Jahre aber blieb sie verschwunden bis heute. Doch seit 25 Jahren macht sich ein furchtloses Heer von mehreren tausend Experimentalphysikern in aller Welt an die Arbeit, durch das Zusammenschmettern von schweren Atomkernen solche Quark-Materie neu zu produzieren, um das Innerste der Welt ein bisschen näher kennenzulernen. Ist es Ihnen zu Beginn des dritten Jahrtausends gelungen?Wenn wenn das Resultat Jahrzehnte langer schwieriger und teurer Experimente und langer Rechenzeit auf Großcomputern in ein paar Punkten in einer Graphik besteht, dann bleiben selbst die Experten eine Antwort auf diese Frage schuldig. Wer sich selbst ein Bild machen oder sich gar an der Suche nach Quark-Materie und dem Quark-Gluon-Plasma beteiligen will, dem sei das Buch "Lectures on Quark Matter" wärmstens empfohlen. Hier finden sich alle Vorlesungen gesammelt, die bei der 40. "Schladming Winter School" 2001 von führenden Köpfen in diesem Wissensfeld gehalten wurden.Dabei werden in erster Linie nicht fertige Lösungen der Probleme, sondern allenfalls mögliche Ansätze vorgestellt – was das Ringen um Erkenntnis in seiner Tiefe verdeutlicht. "Was genau geschieht eigentlich bei den Experimenten? Was messen wir?" und vor allem: "Mit welcher Sprache beschreiben wir das am besten?" Dies sind zentrale Fragen, die noch immer nicht vollständig beantwortet sind. Wie unterschiedlich auch die theoretischen Ansätze sind, zeigen u.a. die Vorlesungen von M. Gyulassy (New York) über phänomenologische Konzepte, von J.P. Blaizot (Gif-sur-Yvette) und A. Rebhan (Wien) über thermische Eichtheorie und QCD, von F. Karsch (Bielefeld) über thermische Gitter-QCD und von E. Shuryak (Stony Brook) über die mögliche Rolle von Instantonen.Das Buch lohnt sich damit für alle Physiker, die sich für "heiße und dichte" Elementarteilchenphysik interessieren. Einzig offensichtliches Manko ist der fehlende Index, den man vom Springer Verlag bei dem leider üblich hohen Preis hätte erwarten dürfen.

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