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Zu Risiken und Nebenwirkungen...

...fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker oder lesen das Buch von Albert Mullen "Psychoaktive Pflanzen, Pilze und Tiere" – aber unbedingt bevor Sie etwas probieren wollen! Dieses 301 Seiten umfassende Nachschlagewerk ist ein hervorragender Naturführer für diejenigen, die gerne wissen möchten, welche Pflanzen, Pilze und Tiere nach einem Verzehr psychoaktive Wirkungen auslösen können.

Schon immer waren Menschen daran interessiert, welche Wirkstoffe natürlicher Herkunft – vor allem für medizinische Anwendungen – besonders gut sind. Aber auch in der heutigen Zeit, in der es kaum etwas gibt, das nicht irgendwie mit Chemie in Beziehung steht, nimmt die Zahl der auf Natur und Heilpraktiker vertrauenden Menschen wieder stetig zu. Ein Sachbuch, das fundiertes Wissen zu Organismen, ihren Wirkstoffen und natürlich auch deren Gefahren gibt, ist daher dringend nötig.

Das Buch ist in drei große Kapitel gegliedert: einer Einleitung, den zahlreichen Artenportraits sowie einem Anhang. In der Einleitung geht es neben der Klärung des Begriffs "psychoaktiv" auch um die Abgrenzung der Begriffe Drogen und Rauschmittel voneinander. Der Leser erfährt etwas über die Wirkung dieser psychoaktiven Stoffe, wie diese zubereitet und wo und wann sie angewendet werden. Erstaunlich fand ich die vielen verschiedenen Zusammensetzungen und wie viele unterschiedliche Fachbegriffe und Namen all diese Substanzen haben. Bisher hatte ich alles unter dem Oberbegriff "Drogen" einsortiert. Doch ist das falsch beziehungsweise zu oberflächlich: Vielmehr unterscheidet man so genannte Uppers, Downers und Allrounders.

Im Anschluss an die Einleitung folgen auf 240 Seiten detaillierte Darstellungen der vielen Arten in Form eines Portraits auf jeweils einer Doppelseite. Wunderbare Aufnahmen der Pflanzen, Pilze und Tiere finden sich zu jeder hier genannten und ausführlich beschriebenen Art. Die Anordnung erfolgt alphabetisch, wobei der Leser sowohl den gängigen lateinischen Namen erfährt als auch ein Synonym sowie die deutsche Übersetzung und die Familie der Pflanze.

Der Steckbrief gibt neben den Namen einen Überblick über die Verbreitung der Arten, eine Beschreibung über das Aussehen, die Blütezeit, den Standort und den Lebensraum, den enthaltenen Drogen und den Inhaltsstoffen. Des Weiteren erzählt der Autor etwas über die Geschichte der damit verbundenen traditionellen Verwendung der genannten Droge.

Hier erfährt man zum Beispiel etwas über das Zombiephänomen, welches auf Haiti konzentriert ist: Die Menschen werden durch das Gift des Kugelfisches Tetrodotoxin (TTX) in einen Scheintod bei völligem Bewusstsein versetzt und lebendig begraben. Gestaunt habe ich, dass die Pflanze Petrosilium crispum eine leicht erregende, berauschende eventuell auch halluzinogene Wirkung hat: die krause Petersilie! Ähnliches gilt für Crocus sativus, den Echten Safran, dem eine psychoaktive, sedierende und spasmolytische Wirkung nachgesagt wird.

Am Ende des Buches findet der Leser eine Zusammenfassung des chemischen Aufbaus und der Wirkungen der psychoaktiven Stoffe. Abgerundet wird das Buch durch die Angabe verschiedener Giftnotruf-Zentralen in Deutschland – eine extrem wichtige Information. Festhalten möchte ich, dass mir das Lesen dieses Buches viel Spaß gemacht hat und mir viel Neues vermittelte. Die Informationen sind zwar komprimiert, dennoch sehr hilfreich und aussagekräftig. Für alle Naturliebhaber, Wanderer, Großeltern, Eltern oder Erziehern nur zu empfehlen.
31. KW 2011

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 31. KW 2011

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