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Missverständnisse ausräumen

Mit unseren Mitmenschen in Kontakt zu treten, erscheint uns selbstverständlich. Wie es sich anfühlt, nicht über diese Fähigkeit zu verfügen, übersteigt unser Vorstellungsvermögen. Eine besonders wichtige Basis des Miteinanders stellt die nonverbale Kommunika­tion dar, die wir gewissermaßen "automatisch" und ohne bewusste Anstrengung beherrschen.

Genau hierin gründen die Probleme autistischer Menschen. Zum einen verfügen sie nicht über dieselben kommunikativen Fertigkeiten wie Nichtautisten, werden deshalb häufig missverstanden und kämpfen meist ein Leben lang um die Gestaltung von Beziehungen in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Privatleben. Zum anderen können oder wollen Nichtbetroffene diese Einschränkungen oft nicht zur Kenntnis nehmen.

An diesem Punkt schafft das Buch der Selbsthilfeorganisation Aspies e. V. sachkundig Abhilfe. 15 autistische Menschen kommen darin zu Wort und beschreiben ihr Leben aus der Innenperspektive. Solche Berichte gibt es zwar bereits, doch hier schildert mehr als ein Dutzend Betroffener ein breites Spektrum von Erfahrungen, so dass ein vielseitiges und informatives Bild entsteht. Die Lektüre verdeutlicht, dass Autisten ebenso über Gefühle und Gedanken und über ein reiches und differenziertes Innenleben verfügen wie andere Menschen – auch wenn sie sich nicht in der Weise mitteilen können, wie wir es gewohnt sind.

Dass es Missverständnissen vorbeugt, ist das größte Verdienst dieses sehr gut lesbaren und empfehlenswerten Buchs. Die Erfahrungsberichte sind für Laien wie auch Fachleute ein Gewinn: Sie zeigen, wie man den Betroffenen im Alltag helfen kann und mit welchen Strategien sie selbst ihr Verhaltensrepertoire erweitern können.

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  • Quellen
Gehirn&Geist 4/2011

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