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Warum Männer weniger lachen

Warum lachen Männer weniger? Das mag sich so manche Frau angesichts eines morgenmuffeligen Ehemanns und mies gelaunter Kollegen fragen. Die Antwort ist relativ einfach: Männer waren in grauer Vorzeit meist als Einzelgänger mit der Jagd beschäftigt, während Frauen in Grüppchen in Höhlen saßen und sich der Pflege der sozialen Beziehungen widmeten. Und diese gestalten sich bekanntlich besser, wenn auch mal gelacht wird.

Meist haben die Autoren aus der "nano"- Redaktion des Fernsehsenders 3Sat allerdings Schwierigeres zu leisten. Sie erklären uns zum Beispiel, warum die DNA trotz ihrer vielen Basen eine Säure ist: Sie hat ein Rückgrat aus Phosphaten, die Protonen binden und wieder abgeben können, und ein Protonen-Donator ("Protonen-Spender") ist chemisch dasselbe wie eine Säure. Oder dass eine Stradivari nicht etwa wegen der handwerklichen Kunstfertigkeit des Meisters so besonders gut klingt, sondern weil durch die Beschaffenheit des Materials vor allem die Frequenzen verstärkt werden, die dem menschlichen Ohr am gefälligsten erscheinen. Und vieles mehr. Der Alltag bietet einen unerschöpflichen Fundus an erstaunlichen Tatsachen.

Und immer mehr Menschen scheinen sich für deren wissenschaftliche Erklärung zu interessieren. Wissen ist "in". Eine steigende Zahl entsprechender Fernsehsendungen und Zeitschriften zeugt davon. "nano" zeigt sich dabei besonders publikumsnah: Seit über drei Jahren beantwortet die Redaktion wöchentlich Zuschauerfragen; zweimal hat sie die spannendsten bereits in Büchern zusammengefasst. Das vorliegende Exemplar ist der Nachfolger zu "Warum Frauen schneller frieren" und erklärt abermals hundert Alltagsphänomene.

"Warum Männer weniger lachen" bewegt sich ungefähr in der Mitte zwischenden Polen seicht und anspruchsvoll: Es ist leicht zu lesen, die Autoren schreiben locker, aber sachlich. Gleichzeitig behandeln sie auch schwierige Themen und schrecken selbst vor der einen oder anderen mathematischen Formel nicht zurück.

Bei der inflationären Zunahme an Wissenssendungen und -druckwerken sind Doppelungen nicht zu vermeiden. Ob Frauen sich wirklich schlechter orientieren können als Männer oder warum man immer in der falschen Warteschlange steht, hat man schon anderswo beantwortet bekommen. Der Leser findet aber auch exotischere Themen, zum Beispiel die Entstehung einer La-Ola-Welle, und kann sich mit Alltagsklassikern auseinandersetzen wie dem anhänglichen Duschvorhang, den es unweigerlich nach innen zieht.

Alles in allem eine runde Sache, gut zum Verschenken, Schmökern und Stillen der eigenen Neugier.
  • Quellen
Spektrum der Wissenschaft 10/2007

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