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Kinderspiel mit Tiefgang

Na ja, genau genommen geht es nicht darum, den Jungen zu entlarven, der in der großen Pause seinem Klassenkameraden die Schokolade gemopst hat. Vielmehr soll derjenige, der die Tat beobachtet hat, den Übeltäter für den Bestohlenen erkennbar machen, ohne ihn beim Namen zu nennen. Das geht ganz einfach: Man sortiert alle Kinder in eine Tabelle ("Matrix") und bezeichnet den Übeltäter durch Angabe von Zeile und Spalte – ein bisschen verschleiert, damit es nicht so auffällt.

Die Mathematikerin und Physikerin Carla Cederbaum, Jahrgang 1980, illustriert jeden ihrer 25 Zaubertricks mit einer hübschen Geschichte, mit der sie die Neugier ihrer kindlichen Leser weckt. Dann erklärt sie im Einzelnen, wie der Trick auszuführen ist. Die Sache mit dem Schokoladendieb ist mathematisch sehr simpel und dennoch für Zuschauer sehr reizvoll. Andere sind anspruchsvoller; zur Orientierung ist das mathematische Niveau jedes Tricks am Anfang der Geschichte angegeben. In der bunten Mischung von einfachen und schwierigen Aufgaben ist für jedes Kind etwas dabei.

Zu jedem Zaubertrick werden in einem dritten Teil die mathematischen Hintergründe erklärt. Wer das lesen und verstehen kann, kommt spielerisch mit weit reichenden Zusammenhängen der Mathematik in Berührung. Das geht bis zur Intervallschachtelung, zum Induktionsbeweis und zu Begriffen der Zahlentheorie.

Auch Kinder, denen diese teilweise recht komplizierten Erläuterungen zu anspruchsvoll sind, können die Tricks problemlos durchführen und mit Überzeugung dem Publikum vorstellen. Geübte Leser entwickeln den Ehrgeiz, ohne diese Hilfestellung auf die Lösung zu kommen, und finden sich hinterher beim Nachlesen freudig bestätigt.

Dieses Buch eignet sich nicht nur zum Vorlesen und gemeinschaftlichen Einüben. Ältere Kinder können genauso gut eigenständig die Tricks erarbeiten und damit die ganze Familie und Freunde beeindrucken.

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  • Quellen
Spektrum der Wissenschaft 03/2009

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