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Die Bilder sprechen für sich

TWAN – das ist kein neuer Computerstandard, sondern steht für ein weltweites Projekt: "The World at Night". Technisch gesehen bezeichnet der Terminus auch eine fotografische Methode, erdacht vom iranischen Amateurastronomen Babak Amin Tafreshi. Und er steht für eine Revolution: Noch nie hat man Himmel und Erde so eindrucksvoll vereinigt gesehen – ein Genuss für die Augen und eine Inspiration für den Geist.

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Milchstraße (aus "Zauber der Sterne")
Titelbild und Untertitel – "Zauber der Sterne. Die Wunder des Firmaments über den schönsten Landschaften der Erde" – lassen zwar schon einiges erahnen, doch was sich da auf 160 großformatigen Seiten auftut, ist meines Wissens ohne Beispiel. Viele der gezeigten Orte und Landschaften sind gängige Motive, hier aber wirken sie – in der Kombination mit Sonne, Mond, Planeten, Kometen, Nordlichtern und dem "Zauber der Sterne" – allem Irdischen weit entrückt. Da zeigen sich Sternspuren über den Ruinen von Persepolis, der Orion über dem Fujiama, der Mond über geisterhaften ungarischen Wäldern, der Komet Hale-Bopp über Stonehenge, das Kreuz des Südens über einer verlassenen Bahntrasse in der Atacama-Wüste oder die Milchstraße über dem kalifornischen Mammutbaum "General Grant".

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Abendstimmung über Deutschland (aus "Zauber der Sterne")
Die drei Herausgeber Stefan Seip, Gernot Meiser und Babak A. Tafreshi wurden unterstützt von einem weltweiten Team erfahrener Natur- und Astrofotografen. Alle verwendeten handelsübliche digitale Spiegelreflexkameras mit lichtstarken Objektiven. Auf den letzten 16 Seiten des Buchs sind die Aufnahmetechnik, die beteiligten "Menschen hinter der Kamera" (insgesamt 30) und alle 133 Bilder ausführlich beschrieben. Hier erfährt man, dass "Fotografieren im TWAN-Stil heißt, bei fortgeschrittener Dämmerung oder Dunkelheit Aufnahmen zu machen, auch wenn man selbst nicht mehr viel sehen kann".

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TWAN
Neben aller Technik kommt es aber auf den künstlerischen Blick des Fotografen an – und viel Geduld. Die Mühe hat sich gelohnt: Vordergrund (Erde) und Hintergrund (Himmel) erscheinen wie in einer "simultanen" Tag- und Nachtaufnahme. Es sind atemberaubende Bilder von ungeahnter Tiefe und Ästhetik entstanden. Sie sind auch ein Plädoyer für die Schönheit der Erde – und gegen ihre schleichende Zerstörung. TWAN ist also weit mehr als nur eine neue Art zu fotografieren; die wachsende weltweite Anerkennung des Projekts bestätigt das.

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Mondaufgang an der Akropolis (aus "Zauber der Sterne")
Eine kurze Rezension ist angebracht, denn bei diesem eindrucksvollen Werk sind Worte eigentlich unnötig. Die Bilder sprechen für sich! Ein Dank an den Kosmos-Verlag für die herausragende Gestaltung des Buchs und die hohe Druckqualität. Es ist ein prächtiges Geschenk, nicht nur zu Weihnachten und nicht nur für andere.
50. KW 2010

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 50. KW 2010

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