Europäischer Grottenolm (Proteus anguinus)

Grottenolme leben in der vollständigen Dunkelheit kalter, unterirdischer Gewässer der Karstgebirge entlang der nördlichen und östlichen Adriaküste. Ihre Augen sind zurückgebildet und liegen unter der Haut. Außer durch die sichtbaren Kiemen atmen die pigmentlosen und daher fast durchsichtigen, bis zu dreißig Zentimeter langen Tiere durch Lungen. Die Larven durchlaufen wie jene vieler Schwanzlurche nur eine unvollständige Metamorphose. Ein weiteres Kuriosum dieser durch industriell verursachte Schwermetallbelastungen des Wassers extrem gefährdeten Spezies ist die gelegentlich beobachtete Geburt entwickelter Jungtiere - eine Alternative zur Eiablage.

Grottenolme können viele Jahre ohne Nahrungsaufnahme überleben und sehr alt werden. Zahlreiche Umsiedlungsversuche in europäische Höhlen, etwa in die Hermannshöhle im Harz, wo Tiere angeblich seit über siebzig Jahren überleben, waren nur selten von Fortpflanzungserfolgen gekrönt.