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Tieftauchen: Abenteuer am Limit

Im Juli 2019 ließen sich vier französische Sättigungstaucher auf ein gewagtes Experiment ein und verbrachten 28 Tage im Mittelmeer – in mehr als 100 Meter Tiefe. Das abenteuerliche Unterfangen gilt als Meilenstein. Die Dokumentation erzählt die Geschichte des Tiefseetauchens ab den 1950er Jahren und ist einem jahrtausendealten Menschheitstraum auf der Spur.

In den 1960er Jahren revolutioniert der Schweizer Hannes Keller den Tauchsport: Er bezwingt den Tiefenrausch und taucht als erster Mensch 300 Meter tief. 1962 experimentiert der amerikanische Erfinder Edwin A. Link an der französischen Mittelmeerküste mit einer Tauchkammer. In ihr verbringt der belgische Taucher Robert Sténuit 24 Stunden in einer Tiefe von knapp über 60 Metern. Wenige Wochen später realisiert der französische Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau bei Marseille seine utopische Idee von einem Haus unter Wasser, dem er den Namen »Diogène« gibt. In dem Projekt »Précontinent I« testen zwei Taucher sieben Tage lang das Leben in dem Stahlzylinder in rund zwölf Meter Tiefe.

1963 folgt mit »Précontinent II« ein futuristisches Unterwasserprojekt, das noch ambitionierter und deutlich größer ist. Mit finanzieller Unterstützung der Erdölindustrie wird im Roten Meer vor der sudanesischen Küste ein bewohnbares Unterwasserdorf errichtet. Auch die US-Navy stürzt sich in die Eroberung der Meerestiefen: Im »Sealab I« testen sechs Taucher 1964 elf Tage lang das Leben in einer Tiefe von knapp 60 Metern. Zwei Jahre später zieht der amerikanische Astronaut Scott Carpenter für ganze 30 Tage ins »Sealab II« – ein Rekord, zu dem der amerikanische Präsident in Person gratuliert.

Mit »Précontinent III« stellt Cousteau unterdessen in Frankreich einen neuen Tiefenrekord von 110 Metern auf. 1969 will die US-Navy mit »Sealab III« an der kalifornischen Küste in noch größere Tiefen vordringen und stößt bei 190 Metern an ihre Grenzen: Nach dem tödlichen Unfall eines Tauchers wird das Experiment abgebrochen. Die Idee des Unterwasserdorfs wird verworfen. Die Erdölindustrie greift stattdessen auf bewohnbare Druckkammern zurück, in denen die Taucher nach ihren Tauchgängen wieder an die Meeresoberfläche befördert werden.

1992 stellt das französische Unternehmen Comex in einem Experiment mit einer theoretischen Tauchtiefe von 701 Metern einen neuen Rekord auf. Dieser bleibt bis heute ungebrochen, denn die gefährliche Arbeit der Taucher in den Meerestiefen wird mehr und mehr von Maschinen übernommen.

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