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NASA-Rover Opportunity: Das Ende einer Odyssee

Der kleine Marsrover Opportunity, der seine geplante Einsatzzeit um ein Zigfaches überschritten hat, ist endgültig stillgelegt. Ein Video zeigt Highlights der Mission.
© NASA / JPL-Caltech
Opportunitys Mission

Am Mittwoch, den 13. Februar 2019, ist eine der unglaublichsten Missionen in der Geschichte der Raumfahrt zu Ende gegangen: Der scheinbar unkaputtbare Rover Opportunity musste nach 15 Jahren auf dem Mars schließlich doch aufgegeben werden. Ein schwerer, den ganzen Planeten umspannender Sandsturm hatte ab Juni 2018 die Sonne für Monate völlig verdunkeln lassen. Die Stromversorgung von Opportunity, die auf Solarzellen angewiesen ist, ging zur Neige. Am 10. Juni schickte er seine letzte Nachricht zur Erde, übersetzt: »Meine Batterie ist schwach und es wird dunkel

Ursprünglich war die Mission nur auf drei Monate ausgelegt – bereits das wäre eine wissenschaftliche Sensation gewesen. Doch Opportunity und sein baugleicher Schwesterrover Spirit, die beide im Januar 2004 auf dem Mars landeten, bewiesen eine immense Robustheit: Spirit hielt immerhin bis 2010 durch, bevor sein Signal verloren ging. Die Mission von Opportunity wurde von der NASA erst jetzt, nach über 800 vergeblichen Kontaktversuchen, als beendet erklärt. Damit hat er seine geplante Missionsdauer rund 60-fach überschritten. Dieses Video des NASA Jet Propulsion Laboratory, in dem nicht nur dieser Rover entstanden ist, fasst die wichtigsten Erkenntnisse und die eindrucksvolle Reise von Opportunity noch einmal zusammen.

Wie es sich für ein echtes Heldenepos gehört, spielen dabei unvorhergesehene Ereignisse, kniffelige Problemlösungen und das knappe Überstehen brenzliger Situationen eine wichtige Rolle – etwa der vorübergehende Verlust eines Teils seines Computerspeichers oder als Opportunity sich in einer »Purgatory Dune« genannten Sanddüne festgefahren hatte und die NASA-Spezialisten schon befürchten mussten, dies könne das doch etwas unwürdige Ende einer solch legendären Mission sein.

Opportunity hat reihenweise Rekorde aufgestellt: Es ist nicht nur zeitlich die mit Abstand längste Mission auf einem anderen Himmelskörper. Er hat mit über 45 Kilometer auch mehr Strecke zurückgelegt als jeder andere Rover. Zu seinen wichtigsten wissenschaftlichen Errungenschaften zählt der Nachweis von Gesteinen, die sich nur in nasser Umgebung gebildet haben können. Der Mars war früher also ein wasserhaltiger Planet und deutlich wärmer als heute.

Mit einer Masse von nur 185 Kilogramm ist der sechsrädrige Opportunity deutlich leichter als sein 2012 gelandeter Nachfolger Curiosity, der die Dimensionen eines SUV aufweist. Er hat dementsprechend auch weniger Instrumente an Bord. Er hat Curiosity und den in den kommenden Jahren folgenden Rovermissionen der NASA (Mars 2020) und ESA (ExoMars Rover) aber im wahrsten Sinn des Wortes den Weg geebnet. Niemand hatte damit rechnen können, wie gut sich Rover zur Erforschung des Mars eignen und wie lange sie dort ihre Arbeit verrichten können.

Opportunity hat die Messlatte für seine Nachfolger sehr hoch gelegt. Sie werden es schwer haben, die Herzen der Weltraumfans in gleichem Maß zu erobern. Die zahlreichen Abenteuer auf dem Roten Planeten, die dieser kleine Rover zu überstehen hatte, und natürlich auch die über 200 000 Bilder von der Marsoberfläche sprechen für sich. Sie haben nicht nur bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse mit sich gebracht, sondern auch viele Menschen für die Raumfahrt begeistert.

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