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Klimawandel

Das Klima kippt nicht nur am Nordpol

Forscher untersuchten fünf Jahre lang die dramatischen Wirkungen des Klimawandels auf die Arktis und die Folgen für den Rest der Welt
5 Year Study: What Happens in the Arctic Does Not Stay There

Veröffentlicht am: 21.04.2017

Laufzeit: 0:10:06

Sprache: englisch

Das Arctic Monitoring and Assessment Programme ist eine der Arbeitsgruppen des zwischenstaatlichen Forums Arctic Council.

Der Zustand und die Zukunftsaussichten der Arktis sind weit bedenklicher als es Klimaforscher noch vor einem Jahrzehnt erwarteten. Das geht aus dem vom Arctic Council im April 2017 herausgegebenen SWIPA-Assessment (SWIPA: Snow, Water, Ice and Permafrost) hervor. Es untersuchte, wie sich Eisdecke und Permafronst in der Arktis in den Jahren von 2010 bis 2016 infolge des Klimawandels veränderten.

Für das Video interviewte der US-Videoblogger Peter Sinclair einige der 90 Forscher, die zu dem Assessment beigetragen haben. Ihre schnörkellosen Aussagen, unterstrichen von Computeranimationen und Satellitenfotos, Nachrichtenbildern sowie Filmmaterial, das Sinclair in Grönland aufnahm, lassen keinen Zweifel am Ernst der Lage.

Die Kernresultate des SWIPA-Assessments in der Zusammenfassung: Die Arktis hat sich in den letzten 50 Jahren doppelt so schnell wie der übrige Globus erwärmt. Das Eis auf dem Ozean ist hauchdünn geworden; kontinentale Eisdecke und Permafrost schmolzen zwischen 2010 und 2016 deutlich schneller als es Modelle des Weltklimarats noch vor wenigen Jahren voraussagten.

Der arktische Ozean könnte bereits in zwanzig Jahren im Sommer eisfrei sein, was dieses Ökosystem komplett verändern wird. Zudem ist die Eisschmelze in der Arktis nicht nur die Hauptquelle des weltweiten Meeresspiegelanstiegs. Der Frischwassereintrag verändert auch Temperatur und Zusammensetzung des Meerwassers und beeinflusst so die Zirkulation der Ozeane und den Golfstrom.

Die Erwärmung der Arktis beeinflusst darüber hinaus den Verlauf atmosphärischer Strömungen auf der Nordhalbkugel und das wiederum führt zu mehr Kälte- und Hitzeextremen in mittleren Breiten.

Die rapide Schmelze des Permafrosts lässt bereits heute die Infrastruktur in Sibirien, Skandinavien oder Alaska buchstäblich ins Bodenlose absacken. Gleichzeitig mussten die Voraussagen für sein weiteres Schwinden drastisch nach oben korrigiert werden.

Mit seinen Videos gibt der in Michigan ansässige Sinclair schon seit dem Kopenhagener Klimagipfel im Jahr 2009 konsequent Wissenschaftlern eine Stimme, die direkt am Problem forschen. Es ist seine Antwort auf die – aus politischen und ökonomischen Gründen – künstlich erzeugte Klimadebatte in den USA.

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