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Koch und Pasteur: Duell im Reich der Mikroben

Robert Koch und Louis Pasteur – der eine Deutscher, der andere Franzose – waren schon zu Lebzeiten Legenden. Der erbitterte Wettbewerb der beiden Rivalen bescherte der Menschheit bahnbrechende Fortschritte im Kampf gegen Tuberkulose, Tollwut, Pest, Cholera, Wundstarrkrampf und Diphterie. Ihre gemeinsame Erkenntnis: Krankheiten werden durch Keime übertragen.

Louis Pasteur und Robert Koch: große Wissenschaftler, nationale Ikonen, Gegner im Dienste der Forschung. Der eine ist Franzose und Chemiker und steht bereits in der zweiten Lebenshälfte. Für seine Entdeckung des Tollwut-Impfstoffs wird er weltweit mit zahlreichen Preisen geehrt. Der andere ist ein noch unbekannter deutscher Landarzt um die 30, dessen Entdeckung des Tuberkulose-Bazillus später mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wird. Ab 1881 waren beide erbitterte Konkurrenten. Ihre 20 Jahre währende Rivalität brachte spektakuläre Fortschritte im Kampf gegen todbringende Epidemien hervor.

Die Tragödie des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870 hatte bei dem zunächst deutschlandfreundlich gesinnten Louis Pasteur starke Ressentiments gegenüber dem Erbfeind hinterlassen. Vor dem Hintergrund der Beziehungen beider Länder, die zu dieser Zeit einen historischen Tiefpunkt erreicht hatten, war auch die Rivalität zwischen Pasteur und dem jungen Koch von nationalistischen Untertönen geprägt. Zudem prallten zwei starke Persönlichkeiten aufeinander.

Im Wetteifer um neue Entdeckungen baute in Paris und Berlin jeder sein eigenes Institut und seine eigene Forschungsgruppe auf. In wenigen Jahren gelangen bahnbrechende Entdeckungen, die halfen, Seuchen wie Milzbrand, Tuberkulose, Tollwut, Diphterie, Cholera und Pest einzudämmen. So beförderte das Duell zwischen dem ehemaligen Chemiker und dem einstigen Landarzt die Medizin in ein neues Zeitalter und trug dazu bei, dass sich die Lebenserwartung nachfolgender Generationen dauerhaft erhöhte.

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